Reiseberichte aus Ecuador

Camino de los Andes – die neue Touristenroute in Ecuador

Das Festland von Ecuador ist (bis auf ganz wenige Ausnahmen) das perfekte Reiseziel für die aktuelle Situation. Abstand ist nichts, was hier extra erst noch eingeführt werden muss. Distanz und Abgeschiedenheit sind fester Teil vom Reiseerlebnis. Die Boutique-Hotels sind klein, viele Lodges und Haciendas liegen abgelegen und in Restaurants gibt es oft nur wenige Tische. Der Camino de los Andes soll helfen, die Region künftig noch besser zu vermarkten.

Der „Camino de los Andes“ – im Hochland von Ecuador

Ganz aktuell wird in Ecuador eine neue Touristenroute vermarktet – der Camino de los Andes. Frei übersetzt bedeutet das Pfad der Anden / Andenpfad. Ihr werdet euch jetzt sicherlich kurz wundern, da das Hochland in Ecuador ja schon seit Alexander von Humboldt als Strasse der Vulkane bekannt ist. Ihr liegt richtig, große Unterschiede gibt es zwischen beiden Routen nicht. Beide Routen führen durch das Hochland, die Strasse der Vulkane ist jedoch größer und weniger festgelegt.

Das Hochland von Ecuador ist spektakulär
Das Hochland von Ecuador ist spektakulär

Auf zahlreichen Reisen haben mich nur wenige Regionen so begeistert, wie die Einsamkeit und die spektakuläre Landschaft in den Anden. Massentourismus ist in der Region gänzlich unbekannt.

Die Idee hinter dem Camino de los Andes

Der Hauptunterschied zwischen dem Camino de los Andes und der Strasse der Vulkane liegt nicht in geographischer Natur, sondern in der Idee hinter der Namensgebung.

Die Allee der Vulkane ist eine Reihe von Vulkanen in den Anden von Ecuador. Alexander von Humboldt hat 1802 diese Aneinanderreihung von Vulkanen „Straße der Vulkane“ getauft, diese Bezeichnung hat sich bis heute erhalten. Auf der „Allee“ befinden sich auf einer Strecke von ungefähr 300 km zwischen Tulcán und Riobamba 22 der insgesamt 73 Vulkane von Ecuador

Der neue Camino ist hingegen eine Marketing-Kooperation zwischen fünf Städten. Die Städte Quito, Latacunga, Ambato, Riobamba und Cuenca haben erkannt, das die bekannte Strasse der Vulkane als Camino de los Andes völlig neu vermarkten kann. Ziel der Aktion ist, den Tourismus in der Region zu reaktivieren – angepasst an die aktuelle Situation. Als Aufhänger greifen die Städte auf folgende Ideen zurück:

  • individuell per Roadtrip reisen
  • Nationalparks / Flora & Fauna
  • Energie tanken, Inspirationen sammeln
  • mit der Familie verreisen

Ich finde die Idee ganz hervorragend. Das ist zwar eine „Marketing-Kampagne“ die in erster Linie Ecuadorianer ansprechen soll, doch auch im Ausland können wir diese Thema aufgreifen und umsetzen. Wer vor Mietwagen in Ecuador zu viel Respekt hat, der kann die den Camino de los Andes auch super mit Reiseleitung buchen.

Die fünf Stationen vom Camino de los Andes

Die verschiedenen Stationen des Camino de los Andes liegen recht dicht beieinander. So liegen die beiden „Endpunkte“ Quito und Cuenca nur knapp 500 Kilometer auseinander. Zwischen Ambato und Latacunga sind es sogar nur gut 40km. Doch trotz der geographische Nähe sind die einzelnen Orte alle vollkommen unterschiedlich.

Die Route vom Camino de los Andes
Die Route vom Camino de los Andes

Quito – Anfang oder Ende

Quito – die Hauptstadt von Ecuador, die Mitte der Welt, historische Altstadt als UNESCO Weltkulturerbe – eingebettet in die alles überragenden Vulkane. Selbstverständlich ist diese einzigartige, magische Stadt Ausgangspunkt der neuen Touristenroute. Für ausländische Touristen ist Quito durch den internationalen Flughafen auch quasi das „Tor nach Ecuador„. Die Stadt ist ideal um in aller Ruhe anzukommen und anschließend mit einem Roadtrip zu starten.

Blick auf die Plaza San Francisco in Quito
Blick auf die Plaza San Francisco in Quito

Latacunga

Latacunga ist fester Bestandteil fast jeder Ecuador-Rundreise. Einerseits weil es an der Panamericana liegt und man auf dem Weg von Quito in den Süden einfach durch kommt. Andererseits liegt Latacunga aber auch nur ca. 40 Kilometer vom Cotopaxi entfernt und ist ein idealer Einstiegspunkt zu Quilotoa-Lagune.

Die spektakuläre Quilotoa Lagune in Ecuador

Doch auch die Stadt selbst bietet mit ihrer schönen Altstadt und indigenen Märkten viel zu sehen. Im Gegensatz zum Markt in Otavalo geht es hier noch sehr viel authentischer zu. Die „ Pasajes “, winzige Kopfsteinpflastergassen voller Geschichte, sind unbestreitbare Fenster in eine koloniale Vergangenheit.

Tacunga, ist ein alter Quichua-Begriff llactaca cunani („Ich vertraue dir mein Land an“). Der Ort war während der Kolonialzeit ein strategisch bedeutender Punkt der landwirtschaftlichen Produktion (Kartoffeln, Gerste, Mais, Weizen, Getreide) in Ecuador. Der Ruf war so groß, dass Latacungueños auch heute noch im Volksmund als Mashcas bekannt sind (machka / máchica kommt ebenfalls aus der Quichua-Sprache und bedeutet „geröstetes Gerstenmehl“). Bis heute wird die lokale Gastronomie von der Vergangenheit beeinflusst.

Ambato

Die „Stadt der Blumen und Früchte“ ist der Mittelpunkt auf dem Camino de los Andes. Der Kosename „Stadt der Blumen und Früchte“ geht auf die hier stattfindende Obst- und Blumenmesse Ende Februar zurück. Rund um die Stadt werden Obstbäume aller Art kultiviert, deren Blüte man nach der Regenzeit bewundern kann. Um die Stadt ragen drei große Vulkane in den Himmel, der Chimborazo, Carihuairazo und etwas weiter entfernt der Tungurahua. Darüber hinaus ist die Stadt für den Verkauf von Lederwaren bekannt, ebenso wie für ihren Wochenmarkt, den viele Indígenas der Umgebung in ihrer zum Teil farbenprächtigen Nationaltracht besuchen.

Refugio Whymper am Chimborazo | auf dem höchsten Berg der Welt

Im internationalen Tourismus spielt Ambato bisher keine besonders große Rolle, obwohl man auch hier auf fast jeder Rundreise durchkommt.

Riobamba

Am Fuße des Chimborazo liegt Riobamba. Seit der Kolonialzeit ist die Stadt ein überaus wichtiger Verkehrsknotenpunkt, bis heute hat sich das nicht geändert. Selbst wenn man auf einer Ecuador-Reise den Chimborazo links liegen lässt, übernachtet man in Riobamba oftmals für eine Nacht.

Vicuñas vor dem Chimborazo
Vicuñas vor dem Chimborazo

Die Stadt selbst hat in meinen Augen wenig zu bieten. Die Gebäude aus der Kolonialzeit sind weniger gut erhalten als im Rest des Landes, das Verkehrschaos ist hingegen größer. Entscheidet man sich dann jedoch für eine Übernachtung in Riobamba, so kann man in einer der schönsten Haciendas von Ecuador übernachten: Die Hacienda Abraspungo.

Cuenca

Cuenca gehört zu den schönsten Kolonialstädten Südamerikas – man nennt die Stadt auch „das Athen von Ecuador“. Die Stadt ist bei Ecuadorianern und Touristen gleichermaßen beliebt. Das liegt am angenehmen Klima, an der charmanten Altstadt mit tollen Hotels, an den erstklassigen Restaurants und dem guten Lebensstil.

Das Boutique Hotel Los Balcones in Cuenca | Ein Review

Die in der ganzen Welt bekannten Panamahüte stammen übrigens nicht aus Mittelamerika, sondern hier aus Cuenca! Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein Besuch der Manufaktur von Homero Ortaga lohnt auf jeden Fall.

In der Nähe von Cuena liegt die Inka-Stätte Ingapirca und der Cajas-Nationalpark. Natürlich kann man Ingapirca nicht mit den Inkaruinen von Machu Picchu in Peru vergleichen, dennoch lohnt sich die Tour dorthin. Zum einen weil man so auch in Ecuador ganz authentische Inkastätten besucht, die vom Baustil her identisch mit Peru sind. Die Steine sind genau so nahtlos verbaut. Zum anderen, und das ist jetzt ein Geheimtipp, sollte man unbedingt in der Posada Ingapirca (in Sichtweite der Anlage) übernachten.

Die wunderschöne Posada Ingapirca in Ecuador | Ein Review

Einzigartige Vorteile auf dem Camino de los Andes

Die fünf beteiligten Städte haben mehr als 280 lokale Tourismusunternehmen mit ins Boot geholt. Mehr als 90 wichtige Akteure der Tourismusbranche beteiligen sich als strategische Verbündete. Reiseveranstalter spezialisiert auf Roadtrips, Restaurants, Hotels und Mietwagen beteiligen sich mit speziellen Aktionen wie Gutscheinen, Sonderpreisen und speziellen Aktionen. Weitere Informationen gibt es auf folgender Webseite: https://verano.visitquito.ec/

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