Meine Kameraausrüstung

Recht oft bekomme ich die Frage gestellt, womit ich meine Bilder mache. Eine sinnvolle Antwort kann ich darauf nur schwer geben. Zum einen ist meine Fotoausrüstung recht dynamisch, immer wieder gibt es ein neues Objektiv, ein anderes Stativ o.ä.. Ältere Bilder habe ich mit einer komplette anderen Ausrüstung gemacht, als die aktuellen Bilder. Auch auch bei aktuellen Bilder nutze ich an einem Tag ganz unterschiedliches Equipment. Vom iPhone bis zur DSLR kommt dabei alles zum Einsatz. Je nach Zweck. In diesem Beitrag zeige ich euch, welche Technik bei mir aktuell zum Einsatz kommt, wann ich welche Kamera und welches Objektiv nutze und wie ich damit jeweils zufrieden (und auch ob ich nicht zufrieden bin) bin.

Zwei ganz wichtige Kamera-Regeln:
  • Regel 1: Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf. Beschäftigt euch mit der Konfiguration, mit Blende, Belichtung, ISO und dem goldenen Schnitt. Das ist wichtiger, als eine teure Kamera.
  • Regel 2: Die beste Kamera ist die, die ihr dabei habt. In aller Regel wird das euer Smartphone sein 

Die perfekte Allround-Reisekamera

Canon 6D Mark II

Die Canon 6D Mark II ist bereits meine vierte digitale Spiegelreflexkamera von Canon. Mein erstes Modell war vor vielen Jahren die EOS 500D, gefolgt von der EOS 550D und er EOS 60D. Als ich angefangen habe zu fotografieren gab es praktisch nur die beiden Platzhirsche Canon und Nikon. Sony baut mittlerweile ganz hervorragende Kameras, war damals jedoch noch völlig unbekannt. Ich habe mich damals für Canon entschieden, da es ein preiswertes Set im Angebot gab. Hat man sich dann einmal für einen Hersteller entschieden, ist man praktisch gefangen. Außer der genormten Stativschraube lässt sich fast kein Zubehör von einem Hersteller zum anderen übernehmen. Ich bin bis heute sehr zufrieden, das meine Wahl damals auf Canon gefallen ist.Mit 783 Gramm (ohne Objektiv) ist die Kamera recht schwer. Am Gewicht und der Größe merkt man klar, das die Canon 6D Mark II eine Vollformatkamera ist und keinen APS-C-Sensor hat.

Mit folgenden Objektiven fotografiere ich

Canon EF 24-105mm 1:4.0 L IS USM

Das Canon EF 24-105mm 1:4.0 L IS USM ist mein Immerdrauf-Objektiv. Es bietet einen Brennweitenbereich der für sehr viele Anwendungen (mit kleinen Kompromissen) passt, die Schärfe ist hervorragend, der Autofokus ist schnell und treffsicher. Mit der konstanten Lichtstärke von 1:4 kannst ich schnell zwischen Weitwinkel, Standard und leichtem Tele bewegen, ohne dabei die Belichtungseinstellungen anpassen zu müssen. Mit dem Objektiv zu fotografieren macht einfach Spaß. Es ist super wertig gefertigt, liegt hervorragend in der Hand und ist mein ständiger Begleiter. Als Canon-L-Objektiv ist es obendrauf noch abgedichtet und gut gegen Spritzwasser und Staub geschützt. Ich kann das objektiv problemlos ohne weitere Tasche im Rucksack transportieren, es ist robust genug. Mit 864 Gramm ist es schwer, aber absolut vertretbar.

Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC USD

Ich habe sehr lange mit mir gerungen, ob ich mir dieses Objektiv kaufen soll. Es ist bis in die Randbereiche grandios scharf, mit einer durchgehenden Blende von 2.8 sehr lichtstark und ist ebenfalls Staub- und Spritzwassergeschützt. Zusätzlich hat es sogar noch einen Bildstabilisator verbaut, was bei Weitwinkelobjektiven eher die Ausnahme ist. Zahlreiche Test bescheren dem Objektiv ausschließlich Bestnoten. Schlußendlich hat mich jedoch ein Angebot bei eBay-Kleinanzeigen überzeugt – der Preis war absolut unschlagbar. Den Kauf habe ich keine einzige Minute bereut, gerade bei Aufnahmen im Innenraum spielt es seine Stärke aus. Eigentlich hat nur ein Punkt gegen den kauf dieses Objektivs gesprochen: es wiegt 1130 Gramm. Da überlegt man sich genau, ob man es in den Rucksack packt, oder nicht.

Weitwinkelobjektiv Erfahrungsbericht: Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC an Canon

Sigma 35 mm/1,4 DG HSM Canon Art

Eine lichtstarke Festbrennweite gehört in meinen Augen in jeden Kamerarucksack. Bei mir war das zuerst das Canon 50mm 1.8. Mit nur ca. 100,- Euro Kaufpreis gibt es wohl kein Objektiv mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis. Irgendwann war der größere Bruder, das 50mm 1.4 von Canon bei Amazon im Sale. Da Objektive sehr preisstabil sind, habe ich also das 1.8er verkauft und bin aufs 1.4er gewechselt. Das Objektiv hat mich jedoch nicht überzeugt. Die 1.4er Blende war nahezu unbrauchbar, da die Auflösung in dem Bereich extrem gering war und der Autofokus kaum getroffen hat. Ich habe es dann wieder verkauft und bin auf das Sigma 35 mm/1,4 DG HSM Canon Art gewechselt. Das Gewicht von satten 724 Gramm zeigt, das es in einer völlig anderen Liga spielt. Und so ist es: knackscharf ab Blende 1.4, das Bokeh ist extrem weich und der Autofokus passt quasi immer perfekt.

Weiteres Zubehör zu meiner Kameraausrüstung

SUN-SNIPER The „PRO II“ Kameragurt

Ich glaube, der Sun-Sniper Kameragurt war das erste Zubehör, welches ich mir je gekauft habe. Er dürfte mittlerweile knappe 10 Jahre alt sein. Selbstverständlich hat er Gebrauchsspuren, funktioniert jedoch wie am ersten Tag. Durch die diagonale Tragweise ist das Gewicht der Kamera sehr angenehm und belastet kaum. Trotzdem ist die Kamera mit einem Griff einsatzbereit. Das eingewebte Stahlseil verhindert zuverlässig, das der Kameragurt durchgeschnitten wird.

Mein Kameragurt: SUN-SNIPER The „PRO II“

Reisestativ Rollei Traveler Carbon

In jeden Fotorucksack gehört ein Stativ. Wer sich einmal damit auseinander setzt wird schnell sehen, der Markt ist voll. Es gibt zahllose Hersteller, zig verschiedene Modelle mit den unterschiedlichsten Funktionen und Eigenschaften:

  • Carbon oder Alu?
  • 3-Bein oder Monopod?
  • Mit oder ohne Mittelsäule?
  • Höhe?
  • Traglast?
  • Gewicht?
  • Packmaß?
  • Kugelkopf?

Der Studiofotograf hat ganz andere Ansprüche, als der Reisefotograf. Mit Vollformat-Kamera und großem Teleobjektiv benötigt man eine größere Traglast und einen massiveren Kugelkopf, als wenn nur eine „kleine“ APS-C-Kamera genutzt wird. Ich bin auf einer Messe auf das Rollei Traveler Carbon Reisestativ gestoßen. Alleine die technischen Daten hatten mich schon überzeugt. Zusätzlich konnte ich es zu einem hervorragenden Messepreis schießen.

Erfahrungsbericht vom Reisestativ Rollei Traveler Carbon

Kleines Handy-Stativ

Neben dem großen Stativ habe ich noch ein kleines „China-Stativ“ / Handy-Stativ aus billigem Plastik. Es ist ein simples Dreibein, nicht in der Höhe verstellbar und eigentlich auch nur für Handy oder kleine Kompaktkameras gedacht. Allerdings ist es sehr leicht und nimmt keinen Platz weg. Durch die genormte Stativschraube trägt es tatsächlich auch große Kameras mit Objektiv – wird dann jedoch etwas instabiler. Auf festem Untergrund und ohne Wind funktioniert es jedoch hervorragend. Zusätzlich lässt sich die Handyaufnahme auch auf das große Stativ montieren.

PeakDesign Capture Pro Camera Clip

Den PeakDesign Capture Pro Camera Clip findet ihr auf dem obigen Bild unten links. Ein eigentlich völlig unscheinbares Stück Aluminium. Ursprünglich war es ein kleines Kickstarter Projekt, welches jedoch zu einem gigantischen Erfolg wurde. Der Clou von dieser Kamera-Halterung: Die Kamera wird am Schultergurt befestigt. Die Kamera ist immer parat und stört nicht mehr beim Wandern. Als ich auf dem E5 unterwegs war habe ich diesen Clip lieben gelernt! Nachdem ich den bereits erwähnten Sun-Sniper Gurt jahrelang im Einsatz hatte, hat sich der Peakdesign Capture Clip als perfekte Ergänzung erwiesen.

Erfahrungsbericht: Kamerahalterung Peak Design Camera Clip Capture Pro

Rollei Kabelfernauslöser für Canon

Die Canon EOS 6D Mark II lässt sie wie alle neueren Kameras problemlos per App fernsteuern. Für einfache Aufnahmen vom Stativ ist das völlig ausreichend. Allerdings kommt diese Funktion auch sehr schnell an die Grenzen. Geht die Kamera in den Stand-By-Modus, muss sie erst wieder eingeschaltet werden. Das lässt sich ebenfalls per App auslösen, dauert jedoch recht lange. Der Rollei Kabelfernauslöser ist hierbei wesentlich schneller. Hinzu kommt, das die Funktionen vom Rollei Kabelfernauslöser wesentlich über die Funktionen der App hinaus gehen:

  • beleuchtetes LCD-Display
  • Programmierung von Startzeit, Belichtungsdauer und des Intervallabstands bis zu 100 Stunden im Voraus
  • Belichtungsdauer zwischen einer Sekunde und 100 Stunden wählbar
  • Manuelle Langzeitbelichtung mit Zeitanzeige
  • Belichtungskontrolle zusätzlich mit Signalton
  • Serienbilder: 1–399 Aufnahmen
  • Zeit-Intervall mit unendlich vielen Aufnahmen

Die meisten Fotografen werden die ganzen Funktionen nur sehr selten nutzen. Allerdings kostet der Fernauslöser nur ca. 20,- Euro und wiegt nicht viel. Haben ist besser als brauchen. 😉 Das beleuchtete LCD-Display hilft bei Nachtaufnahmen immens. Das Handydisplay ist so hell, das sich die Augen erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen müssen. Das LCD-Display hingegen glimmt nur leicht orange.

Apeman Speedlite SL450C E-TTL

Langezeit hatte ich einen Canon Speedlite 430EX in meinem Kamerarucksack. Dieser kam jedoch nahezu nie zum Einsatz, da ich immer versuche ohne Blitz zu fotografieren. Manchmal geht es aber einfach nicht ohne. Deswegen haben ich den Canon verkauft und gegen den erheblich preiswerteren Apeman Speedlite SL450C E-TTL „getauscht“. Ich habe hunderte von Aufnahmen mit dem Blitz gemacht, auf einer Hochzeit war er in der Fotobox im Dauereinsatz. Er steht einem Canon Speedlite in nichts nach. Serienblitze funktionieren einwandfrei, das Display liefert eine gute Übersicht, entfesseltes Blitzen läuft 1a und auch das Hilfslicht ist gut sichtbar. Hinzu kommt, das der Apeman Speedlite mit den Akkus sehr sparsam umgeht. Selbst wenn ich noch beide Blitze hätte, würde ich den Canon Blitz vermutlich kaum noch einsetzen. Das der Lieferumfang (Diffusor, Tasche, Fernbedienung, Fuß) größer ist als bei Canon muss ich nicht erwähnen, dabei ist Canon ja schon immer sehr sparsam.

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