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Durch Ecuador im Mietwagen reisen | Tipps & Infos

Im Mai bin ich eine gute Woche im Mietwagen durch Ecuador gereist, die Tour ging von Guayaquil nach Quito, wo es dann noch einige Tagesausflüge im Auto gab. Ecuador ist (für südamerikanische Verhältnisse) definitiv ein einfaches Land für eine Mietwagenreise. Wenn man einige einfache Grundregeln beachtet, steht einer unvergesslichen und flexiblen Zeit nichts im Wege. Ich habe im folgenden einige hilfreiche Tipps und allgemeine Infos zusammengefasst.

Unser Mietwagen in Ecuador - ein Suzuki Grand Vitara

Unser Mietwagen in Ecuador – ein Suzuki Grand Vitara

Die Infrastruktur in Ecuador ist gut, der Verkehr auch in den großen Städten überwiegend recht dünn (abgesehen von Quito) und die allermeisten Fahrer sind ziemlich entspannt. Auf den Überlandstrecken begegnet einem der eine oder andere „Wahnsinnige“ Fahrer, daran gewöhnt man sich jedoch schnell. Bevor ich auf unsere Route eingehe, gibt es einige allgemeine Tipps zum Fahren in Ecuador.

Wie sind die Strassen in Ecuador?

Die allermeisten Strassen in Ecuador sind gut, sowohl in den Städten, als auch über Land. In der Regenzeit kann es passieren, das die eine oder andere Strasse in den Anden von einem Erdrutsch beschädigt ist, die Umleitungen sind jedoch normalerweise ausgeschildert oder die Strasse ist bereits wieder frei. Strassenschilder gibt es, jedoch nicht in der Ausprägung und Häufung wie in Deutschland. Die angegebene Richtung auf den Schildern stimmt immer, die Distanz ist jedoch gelegentlich nur ein Richtwert. Vor nahezu jeder Ortschaft sind „schlafende Polizisten / Bremshügel / Bremsschwellen“ in der Strasse verbaut.

Erdrutsch in Ecuador

Erdrutsch in Ecuador

Wie ist die Fahrweise der Menschen in Ecuador?

Die Frage lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Einerseits gibt es ganz klare Verkehrsregeln, außerdem sind die Tempolimits in Ecuador ziemlich niedrig:

  • in Ortschaften: ca. 50 km/h
  • auf Landstrassen: 90 km/h
  • auf Autobahnen. 110 km/h

dazu sind die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in Ecuador ziemlich drakonisch, schnell sind 300 Dollar oder mehr weg.

In kleinen Ortschaften fahren Ecuadorianer ausgesprochen rücksichtsvoll, Fußgänger werden gerne über die Strasse gewunken. In großen Städten greift hingegen das Recht des Stärkeren, Busse und LKW haben „eingebaute“ Vorfahrt, Motorräder existieren quasi nicht. Auf Landstrassen wird ohne Rücksicht auf Verluste überholt, bevorzugt in unübersichtlichen Kurven oder dort, wo die Strasse besonders schmal ist.

Nachts sollte man das Auto besser stehen lassen. Viele Verkehrsteilnehmer haben kein Licht, das trifft sowohl auf Autos, als auch auf Tiere wie die allgegenwärtigen Lamas & Alpacas zu.

alter VW Bulli in Ecuador

alter VW Bulli in Ecuador

Benötigt man in Ecuador ein Allradfahrzeug (4×4)?

Ganz klar: jaein! Die Infrastruktur ist überwiegend wirklich gut, sowohl in den Städten als auch auf Landstrassen kann man mit einem normalen Fahrzeug nahezu überall hin kommen. Plant man abseits der befestigten Strassen zu fahren, hilft ein 4×4 Allradantrieb. Zusätzlich haben Allradfahrzeuge in der Regel größere Reifen die Schlaglöcher besser abfangen, sollte man sie übersehen. Außerdem hilft die größere Bodenfreiheit bei den allgegenwärtigen Bremsschwellen.

Generelle Tipps zum Autofahren in Ecuador

  • mit geschärften Sinnen fahren, vor jeder Kurve auf Gegenverkehr achten
  • unbedingt die Höchstgeschwindigkeit beachten
  • auf Bremshügel achten
  • ein Allradfahrzeug ist überwiegend nicht nötig, große Reifen helfen jedoch bei Schlaglöchern
  • der europäische Führerschein ist 90 Tage gültig
  • nur tagsüber fahren
  • ein Navigationsgerät hilft unübersichtliche Strassen/Kurven zu erkennen
  • immer mit der Ruhe

11 Kommentare

  1. Ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich hier in Ecuador ein Weilchen mit einem Mietwagen reisen soll. Mir wurde allerdings sehr von Leuten abgeraten, die hier auch schon für längere Zeit waren. Wenn ich den Verkehr in Guayaquil so anschaue, wo ich momentan auch lebe, möchte ich selbst auch gar nicht fahren. Was du über kleinere Ortschaften und Landstraßen erzählst, bekomme ich jetzt doch wieder mehr Lust darauf. Aber blöderweise habe ich momentan keinen internationalen Führerschein hier, weshalb es vermutlich schwierig wird, hier einen Mietwagen zu bekommen.

    • Wir waren mit dem deutschen Führerschein unterwegs. Der wird problemlos akzeptiert. In einer Stadt wie Guayaquil oder Quito muss ich auch nicht unbedingt Auto fahren, da steht man ja nur im Stau oder hängt in Einbahnstrassen und Baustellen fest. Vom Flughafen GYE bist du innerhalb von 10 Minuten aus der Stadt raus und kannst anschließend problemlos fahren. Ich kann dir wärmstens empfehlen einen Mietwagen zu nehmen.

  2. Rüdiger Goergen

    Schönen guten Tag,

    auch wir fliegen diesen Sommer nach Ecuador und unternehmen eine selbst organisierte PKW Rundreise.
    Ähnlich der hier beschriebenen Route, etliche Bausteine haben wir schon zusammengestellt, nur eine
    zuverlässige, nicht überteuerte (AVIS) Autovermietung fehlt uns noch.
    Wenn ich da einen Tip bekommen könnte wäre ich sehr dankbar.
    Angedachter Wagentyp: Toyota RAV 4 oder ähnlich!

    • Hallo Rüdiger, vielen Dank für deine Nachricht. Mietwagen sind in Ecuador vergleichsweise hochpreisig, da die Fahrzeuge ebenfalls vergleichsweise hochpreisig sind. Für einen SUV mit Allrad, GPS, Zusatzfahrer, Einwegzuschlag, Versicherungsschutz, etc. wirst du sicherlich nicht unter 1000,- Euro pro Woche hinkommen. Das ist jedoch nicht überteuert, sondern völlig normal.

  3. Olivia Padalewski

    Hallo und danke für den tollen Reisebericht!
    Über welchen Anbieter hast du gebucht und mit welcher Versicherung? Könntest du auch die groben Kosten der 2 Wochen posten?
    Danke vielmals im Vorhinein!

    • Hallo Olivia,
      vielen Dank für deine eMail. Gebucht habe ich bei einer lokalen Agentur mit einer lokalen Volkaskoversicherung. Wie genau die im Vergleich zu einer deutschen ist, kann ich dir nicht sagen. Die Kosten lagen irgendwo bei 1500,- USD.

  4. dachte eigentlich ich könnte hier etwas über die sicherheit des landes lesen….auswärtige amt schreibt in der grenzregion zu kolumbien kann es zu entführungen, überfällen kommen….?…..kein einigermaßen sicheres land….was das auswärtige amt so schreibt, war mir bis zu meiner… glücklicherweise ….überlebten versuchten entführung in mexiko eigentlich egal…aber mittlerweile eben nicht mehr….vielleicht kann dazu jemand einen kommentar abgeben ?

    • Hallo Bernd! Subjektiv ist Ecuador eines der sichersten Ländern in ganz Südamerika. Wobei Sicherheit in diesen Ländern ja auch immer ganz erheblich mit deinem eigenen Verhalten zusammenhängt. Wenn du dich im dunkeln besoffen und mit großer Kamera am Busbahnhof von Quito rumtummelst, dann wird dir ganz sicher was passieren. Bist du in den kleinen Dörfern in den Anden, so passiert dir ganz sicher nichts. Grenzgebiete sind immer und überall mit Vorsicht zu genießen. Was willst du denn im Grenzgebiet Ecuador/Kolumbien? Da ist doch nichts?

  5. Noch ein kleiner Tipp, was Versicherungen betrifft: Auf keinen Fall eine über irgendwelche Buchungsportale buchen, die werden in Ecuador nicht anerkannt. Ihr kauft eine nationale Versicherung dazu, wenn ihr das Auto abholt (ab 15 USD/Tag). Denkt dran, dass ein hoher Garantiebetrag auf Eurer Kreditkarte blockiert wird, bis ihr das Auto unversehrt wieder zurückgebt (1.500-2.000 USD). Die besten Preise kriegt ihr in Ecuador, wenn ihr Autos über cheaptickets.com bucht. Zur Zeit kosten Kleinwagen nur sensationelle 4 USD/Tag und Compactautos ab 6 USD/Tag. Aber wie gesagt: Die Versicherung von etwa 15 USD/Tag kommt dazu. Gute Fahrt.

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