Reiseberichte aus Ecuador

Der Nationalpark Cajas bei Cuanca

Ca. 30 Kilometer westlich von Ecuadors drittgrößter Cuenca liegt der Nationalpark Cajas. Jeder Reisenden der festes Schuhwerk und etwas Kondition im Gepäck hat, sollte hier einen Besuch einplanen. Auf einer Höhe von 3100m bis 4450m über dem Meeresspiegel erwarten den Besucher eine faszinierende Landschaft aus Bergen, Seen und zahllosen endemischen Pflanzen auf fast 30.000 ha Fläche. Es führen verschiedene Wanderwege durch den Cajas Nationalpark. Ein Guide ist nicht verpflichtend vorgeschrieben, ich empfehle ihn jedoch dringend. Zum einen erfährt man so viel mehr zu Flora und Fauna im Park, zum anderen kann er die Anmeldung bei den Parkrangern vornehmen. Der Besuch im Nationalpark ist zwar kostenlos, viele Wege und Aussichtspunkte sind jedoch für nur sehr wenige tägliche  Besucher limitiert. Zur Laguna Toreadora dürfen beispielsweise nur 92 Personen pro Tag.

Wie kommt man zum Nationalpark Cajas

Der Nationalpark Cajas liegt verkehrsgünstig an der einzigen Strasse zwischen Guayaquil und Cuenca. Zu Recht ist der Park Bestandteil von fast jeder organisierten Ecuador-Reise. Doch auch Backpacker und Individualreisende sind hier anzutreffen. Täglich verkehren zahllose Busse zwischen Guayaquil und Cuenca, ein Mietwagen ist jedoch die bessere Option.

Fahrt von Guayaquil zum Cajas Nationalpark

Aus Guayaquil kommend, liegt der Nationalpark ca. 150 Kilometer entfernt. Die Strassen sind gut ausgebaut. Auf Grund zahlloser Kurven und Serpentinen muss man jedoch trotzdem knappe 3 Stunden Fahrtzeit einplanen. Man muss die Stadt in östlicher Richtung verlassen, zuerst über die E25, dann die E40 und zum Schluss über die E582 fahren, die bis Cuenca führt. Cuenca ist an allen großen und wichtigen Kreuzungen ausgeschildert, man kann sich unmöglich verfahren.

Fahrt von Cuenca nach „El Cajas“

Von Cuenca ist der Nationalpark Cajas nur ca. 30 Kilometer entfernt. Mit einem Auto dauert die Fahrt eine gute halbe Stunde, da die Strasse bestens ausgebaut ist. Man muss die Stadt einfach in nord-westlicher Richtung verlassen (im Zweifel einfach Passanten fragen), bis man die Schnellstrasse E582 erreicht hat. Diese führt bis nach Guayaquil.

Laguna Toreadore im Cajas Nationalpark
Laguna Toreadore im Cajas Nationalpark

Wanderungen im Nationalpark Cajas

Ich bin zwar immer gerne auf eigene Faust unterwegs, habe hier jedoch mit drei weiteren abenteuerlustigen Reisenden auf den fachkundigen Guide Joao vertraut. Morgens um 07:30 stand er pünktlich mit einem nicht mehr ganz taufrischen Toyota Geländewagen vorm Hotel. Während uns die vergangenen Tage mit traumhaftem Wetter überrascht haben, regnete es heute sprichwörtliche Bindfäden oder auch Cats & Dogs. Doch das sollte uns nicht abschrecken. Nach einem kurzen Stopp um Wasser zu kaufen, ging es zum höchsten Punkt des heutigen Tages, dem Pass „Tres Cruces“ auf knapp 4200m, der gleichzeitig auch der westlichste Punkt der kontinentalen Wasserscheide von Südamerika ist.

Blick vom Pass Tres Cruzes über den Nationalpark El Cajas
Blick vom Pass Tres Cruzes über den Nationalpark El Cajas

Nachdem wir etwas Höhenluft geschnuppert hatten, ging es zurück ins Auto und einige Höhenmeter tiefer zur Laguna Toreadora wo eine ca. 2-stündige Rundwanderung begann. Vorweg: konstanter Regen und schlammige Pfade haben das geschafft, was bisher kein Land geschafft hat: meine geliebten Jack Wolfskin Wanderschuhe waren anschließend völlig durch, das hat der Freude an der beeindruckenden Landschaft jedoch keinen Abbruch getan! ‚El Cajas‘ ist von Ramsar geschütztes Feuchtgebiet und Wasserreservoir von Cuenca und der umliegenden Region. Wir wissen jetzt warum! 😉

Bilder wie bei "Herr der Ringe"
Bilder wie bei „Herr der Ringe“

Tiefhängende Wolken, alles mit einem Grauschleier belegt, dazu die beeindruckende Landschaft – wir fühlten uns, als wären wir am Set von „Herr der Ringe“ gelandet, einen Ork haben wir jedoch nicht gesehen. Obwohl wir uns in diesem Nebelwald mit moosbewachsenen Papierbäumen nicht ganz sicher waren:

Moosebewachsene Papierbäume im Nebelwald
Moosebewachsene Papierbäume im Nebelwald

Schuhe nass, Hose nass, Hut nass und Regenjacke am Limit – trotz oder vielleicht auch wegen des Wetters war die Wanderung im Cajas Nationalpark eine der beeindruckendsten, die ich je unternommen habe.

Campen im Nationalpark Cajas

An einem Tag kann man lediglich einen Bruchteil vom Nationalpark Cajas erwandern. Der Park ist mit seinen 30.000ha einfach zu ausgedehnt. Wer jedoch mehrere Tage Zeit hat, darf diese allerdings auch mit Zelt und Verpflegung bepackt dort verbringen. Wer sich für solch ein Mehrtages-Trekking entscheidet, sollte sich allerdings zuvor im Visitorcenter bei einem der netten Rancher nach möglichen Routen erkundigen und sich dort registrieren. Genau, wie es auch die Tagesbesucher machen.

Was sollte man im Cajas Nationalpark beachten?

Wie überall auf der Welt und ganz besonders in Nationalparks sollte man hier natürlich keinen Müll liegen lassen, keine Pflanzen pflücken oder ausgraben, die Tiere nicht störe und kein Feuer machen. In „El Cajas“ gibt es jedoch noch einige Besonderheiten:

  • aus Guayaquil kommend muss man unbedingt warme Kleidung dabei haben. Während am Pazifik gute 30 Grad herrschen, kann hier oben Schnee liegen
  • Im Nationalpark gibt es nichts zu kaufen. genügen Wasser und Snacks gehören in den Rucksack
  • feste Wanderschuhe müssen sein

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