Reiseberichte aus Peru

Peru Sehenswürdigkeiten: Die 24 schönsten Orte für deine Reise (aktualisiert 2026)

Peru gehört für mich zu den faszinierendsten Reisezielen, die ich je bereist habe. Kaum ein anderes Land vereint so viel auf so kleinem Raum: die schneebedeckten Gipfel der Anden, die Weiten des Amazonas-Regenwaldes, endlose Wüstenlandschaften an der Pazifikküste – und mittendrin die Ruinen einer der beeindruckendsten Kulturen der Geschichte, der Inka. Kein anderes Land in Südamerika hat mich bei meinen Reisen so oft aus dem Staunen herausgeholt wie Peru.

Ich war selbst mehrfach in Peru unterwegs, habe zweimal vor Machu Picchu gestanden, bin durch die Gassen von Cusco gebummelt und habe mich vom Kloster Santa Catalina in Arequipa verzaubern lassen. Von den Wüstendünen bei Ica über die Anden bis zum Amazonas-Tiefland – Peru hat für praktisch jeden Reisetyp etwas zu bieten, egal ob du Kulturfan, Wanderer, Foodie oder Naturliebhaber bist. Damit auch du bei der Planung deiner Peru-Reise nicht den Überblick verlierst, habe ich diese Liste der 24 schönsten Sehenswürdigkeiten für dich zusammengestellt, sortiert grob nach Regionen, damit du deine Route leichter planen kannst.

Praktischer Tipp vorweg: Wann du am besten reist, hängt stark davon ab, welche Region du bereisen willst – die Andenregion hat eine andere Trockenzeit als die Küste oder der Regenwald. Ich habe dazu einen ausführlichen Guide zur besten Reisezeit für Peru geschrieben, den du dir vor der Buchung unbedingt anschauen solltest.

Machu Picchu

Die verlorene Stadt der Inka ist DER Grund, warum die meisten Reisenden überhaupt nach Peru kommen – und zu Recht. Hoch oben auf einem Bergrücken über dem Urubamba-Tal gelegen, ist Machu Picchu für mich bis heute die beeindruckendste antike Ruinenstätte, die ich je gesehen habe. Die Steinmetzarbeit ist perfekt, die Kulisse aus schroffen, oft wolkenverhangenen Bergen dramatisch.

der klassische Blick über Machu Picchu
der klassische Blick über Machu Picchu

Ich war gleich zweimal dort, einmal 2009 und dann noch einmal Jahre später – und war beide Male aufs Neue überwältigt. Auch wenn die Ruinen sich in der Zwischenzeit nicht verändert haben, ist rund um Machu Picchu einiges passiert: Der Zugang ist mittlerweile strenger reguliert, es gibt feste Zeitfenster für den Einlass und man darf die Anlage nur noch mit Guide betreten. Wer besonders eindrucksvolle Ausblicke möchte, sollte zusätzlich eine Wanderung auf den Huayna Picchu oder den Berg Machu Picchu einplanen – beide müssen aber separat und im Voraus gebucht werden, da die Plätze limitiert sind.

Eisenbahn von Perurail

Eisenbahn von PerurailWenn ihr bei eurer Besichtigung von Machu Picchu ein ganz besonderes Erlebnis haben wollt, solltet ihr eine Wanderung auf den Huayna Picchu oder den Berg Machu Picchu buchen! Beides sind recht kurze kurze Wanderungen in Machu Picchu und müssen im Voraus gebucht werden.

Der Inka-Trail

Statt mit dem Zug anzureisen, kannst du Machu Picchu auch zu Fuß erwandern. Der klassische Inka-Trail dauert vier Tage, führt an mehr als 30 Inka-Ruinen vorbei und endet am Sonnentor (Inti Punku) mit dem ersten Blick auf die Stadt – für mich einer der emotionalsten Momente, die eine Wanderung überhaupt bieten kann. Der zweite Tag gilt als der anspruchsvollste, mit einem Anstieg von über 1.200 Höhenmetern und der Überquerung von zwei hohen Pässen.

Die Genehmigungen sind streng limitiert (rund 200 Wanderer pro Tag), weshalb du unbedingt Monate im Voraus buchen solltest, besonders wenn du in der Hochsaison zwischen Juni und August reisen möchtest. Die Wanderung darf zudem nicht auf eigene Faust unternommen werden, sondern nur mit einer lizenzierten Agentur. Wer keine Genehmigung mehr bekommt oder eine ruhigere Alternative sucht, findet mit dem Salkantay Trek oder der Choquequirao-Wanderung (dazu gleich mehr) zwei tolle Alternativen, die landschaftlich mindestens genauso spektakulär sind.

Cusco

Die ehemalige Hauptstadt des Inkareichs ist das unangefochtene Reisezentrum Perus und der Ausgangspunkt für fast jede Tour ins Heilige Tal oder nach Machu Picchu. Ein Spaziergang durch die engen Gassen von Cusco fühlt sich fast wie ein Museumsbesuch an: Überall wurden die alten Fundamente der Inka von den Spaniern für ihre Kolonialbauten weiterverwendet, sodass sich beide Epochen auf faszinierende Weise überlagern.

Der unscheinbare Eingang vom Hotel "El Mercado" in Cusco
Der unscheinbare Eingang vom Hotel „El Mercado“ in Cusco

Ein Bummel über die Plaza de Armas, ein Besuch der Kathedrale und des Sonnentempels Coricancha gehören zum Pflichtprogramm. Auch das Künstlerviertel San Blas mit seinen engen Gassen und bunten Werkstätten lohnt einen längeren Spaziergang. Weil Cusco auf über 3.400 Metern liegt, solltest du unbedingt ein bis zwei Tage zur Akklimatisierung einplanen, bevor es auf die anspruchsvolleren Touren geht.

Beeindruckende Mauern in der Ruinenanlage Sacsayhuamán
Beeindruckende Mauern in der Ruinenanlage Sacsayhuamán

Direkt oberhalb der Stadt liegt außerdem die imposante Festungsanlage Sacsayhuamán mit ihren tonnenschweren, perfekt behauenen Steinblöcken – für mich einer der unterschätztesten Orte in und um Cusco und ein toller Vormittagsausflug zu Fuß von der Innenstadt aus. Übernachtet habe ich im historischen Zentrum im charmanten Boutique-Hotel El Mercado, das ich euch aufgrund seiner Lage und des herzlichen Services nur empfehlen kann.

Vinicunca – der Regenbogenberg

Der sogenannte Rainbow Mountain in der Ausangate-Region war noch vor wenigen Jahren ein gut gehütetes Geheimtipp unter erfahrenen Peru-Reisenden. Durch Social Media ist seine Popularität förmlich explodiert, und mittlerweile fahren täglich ganze Busflotten von Cusco aus zu dem rund 100 Kilometer entfernten Berg.

Der Rainbow Mountain in Peru

Die farbigen Streifen entstehen durch unterschiedliche Mineralablagerungen im Gestein und sind besonders bei Sonnenschein spektakulär – ein Farbenspiel, das man so kaum irgendwo sonst auf der Welt findet. Die Tagestour von Cusco aus ist konditionell anspruchsvoll, vor allem wegen der Höhe von rund 5.000 Metern, bei der Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit fast schon zum Programm gehören. Am besten unternimmst du die Tour erst, nachdem du dich einige Tage in Cusco akklimatisiert hast – dann entschädigt die Aussicht auf jeden Fall für jeden Schnaufer unterwegs.

Lima

Die peruanische Hauptstadt wird oft nur als Zwischenstopp behandelt – zu Unrecht. Das historische Zentrum rund um die Plaza Mayor zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1746 größtenteils neu aufgebaut. Rund um den Platz findest du die Kathedrale, den Regierungspalast mit seiner täglichen Wachablösung um 12 Uhr mittags sowie mehrere prächtige Kolonialbauten wie den Torre-Tagle-Palast.

Paraglider über Lima
Paraglider über Lima

Kulinarisch gehört Lima zur Weltspitze: Ceviche und Pisco Sour solltest du dir hier auf keinen Fall entgehen lassen, am besten im Rahmen einer geführten Food-Tour, bei der du Restaurants abseits der üblichen Touristenpfade entdeckst.

Ceviche - das Nationalgericht von Peru
Ceviche – das Nationalgericht von Peru

Wer sich für Geschichte interessiert, findet in Limas Top-Museen beeindruckende Sammlungen präkolumbianischer Kunst, die einen guten Überblick über die Kulturen vor den Inka geben. Für ein entspannteres Tempo lohnt sich außerdem ein Abstecher ins Künstlerviertel Barranco südlich der Innenstadt: farbenfrohe Kolonialarchitektur, ein traumhafter Blick auf den Pazifik und die berühmte Seufzerbrücke machen es besonders bei Sonnenuntergang zu einem meiner liebsten Ecken der Stadt.

Kuelap

Die „Wolkenstadt“ der Chachapoyas-Kultur thront auf einer Klippe im Nebelwald Nordperus und wird oft als das „Machu Picchu des Nordens“ bezeichnet – allerdings deutlich weniger besucht, auch wenn sich das in den letzten Jahren spürbar geändert hat. Über 450 Bauwerke sind hier erhalten, die teils sogar älter sind als die Inka-Zeit selbst.

dicht an dicht stehen die runden Häuser in Kuélap
dicht an dicht stehen die runden Häuser in Kuélap

Früher war der Zugang mühsam und nur zu Fuß möglich, mittlerweile bringt dich eine Seilbahn in rund 20 Minuten bequem hinauf – wer möchte, kann die riesige steinerne Festung aber weiterhin in einer knapp vierstündigen Wanderung erreichen. Auch wenn ich den Ausbau der Seilbahn persönlich etwas schade finde, weil dadurch mehr Trubel entsteht, lohnt sich der Besuch der auf einer Klippe im Nebelwald thronenden Festung nach wie vor uneingeschränkt. Kuelap ist für mich eine der eindrucksvollsten, aber immer noch am wenigsten bekannten Sehenswürdigkeiten Perus.

Gocta Wasserfall

Ebenfalls in der Region Amazonas versteckt sich der Gocta-Wasserfall, mit 771 Metern einer der höchsten der Welt. Erst im Jahr 2002 wurde er durch einen deutschen Forscher einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht, was ihn zu einem der „jüngsten“ bekannten Wasserfälle der Erde macht.

Der Gocta Wasserfall in Peru
Der Gocta Wasserfall in Peru

Am besten startest du deine Wanderung in Chachapoyas, der Hauptstadt der Region Amazonas, von wo aus du entweder mit einem Kombi oder einem privaten Transport nach Cocachimba gelangst. Von dort führt eine rund fünf Kilometer lange Wanderung durch dichten Nebelwald bis zum Fuß des Wasserfalls. Der Weg ist gut instand gehalten, wechselt aber immer wieder zwischen steilen An- und Abstiegen, sodass man durchaus etwas Kondition mitbringen sollte. Wenn du dann endlich am Fuß des Falls stehst, den feinen Sprühnebel im Gesicht spürst und den Geräuschen des Waldes lauschst, verstehst du sofort, warum dieser Ort für mich einer der magischsten im ganzen Land ist.

Puerto Maldonado & der Amazonas

Nur eine halbe Flugstunde von Cusco entfernt liegt Puerto Maldonado, das Tor zum peruanischen Amazonas. Für Reisende aus Europa ist es letztlich vor allem eine Durchgangsstation, in der Stadt selbst bleibt kaum jemand länger – umso spannender wird es, sobald man den Dschungel selbst erreicht.

Von hier aus erreichst du das Tambopata-Reservat mit einer der größten Lehmlecken der Welt, an der sich Hunderte Aras und andere Papageien versammeln, um Mineralien aus dem Lehm aufzunehmen – ein faszinierendes Naturschauspiel. Besonders beliebt sind zudem Kanutouren auf dem malerischen Sandoval-See, der für seine reiche Tierwelt bekannt ist, darunter Riesenotter, Kaimane, Affen und unzählige Vogelarten. Wer noch tiefer in den Dschungel eintauchen möchte, kann von hier aus auch den Parque Nacional Bahuaja Sonene ansteuern, der auf der anderen Flussseite an den bolivianischen Nationalpark Madidi grenzt. Ideal für alle, die den Amazonas erleben wollen, ohne allzu lange Anreisezeiten in Kauf zu nehmen.

Das Heilige Tal der Inka (Valle Sagrado)

Weniger als eine Autostunde von Cusco entfernt erstreckt sich das fruchtbare Heilige Tal mit den Orten Pisac, Urubamba und Ollantaytambo. Hier reihen sich Inka-Ruinen, quirlige Andenmärkte und beeindruckende Landschaften aneinander, und weil die Höhe im Tal etwas niedriger ist als in Cusco selbst, eignet es sich auch gut zur Akklimatisierung.

Ruinen von Ollantaytambo
Ruinen von Ollantaytambo

Besonders der Sonntagsmarkt in Pisac – kleinere Ausgaben finden auch dienstags und donnerstags statt – lohnt einen Besuch, ebenso die oberhalb des Ortes gelegenen Pisac-Ruinen, die zu den am besten erhaltenen Inka-Anlagen im ganzen Land zählen. Weiter westlich liegt Ollantaytambo mit seiner gut erhaltenen Festung, die direkt auf dem Weg nach Machu Picchu liegt und sich hervorragend mit einer Zugfahrt nach Aguas Calientes verbinden lässt. Wer noch etwas Zeit hat, sollte auch einen Abstecher zu den kreisförmigen Terrassen von Moray einplanen, die von den Inka einst als eine Art landwirtschaftliches Versuchsfeld genutzt wurden.

Der Colca-Canyon

Doppelt so tief wie der Grand Canyon und nach dem Kali Gandaki in Nepal der zweittiefste Canyon der Welt: Der Colca-Canyon bei Arequipa gehört für mich zu den spektakulärsten Naturschauspielen Perus. Er erreicht eine Tiefe von rund 3.400 Metern und entstand durch eine seismische Verwerfung zwischen zwei Vulkanen.

Colca Canyon
Colca Canyon

Das Gebiet ist seit Jahrtausenden besiedelt, und die jahrhundertealten Steinterrassen entlang der Canyonwände werden bis heute für den Anbau von Kartoffeln, Mais und Quinoa genutzt. Am berühmten Mirador Cruz del Condor lassen sich die riesigen Vögel bei etwas Glück im Morgengrauen aus nächster Nähe beim Kreisen über der Schlucht beobachten – ein echtes Highlight, für das sich das frühe Aufstehen lohnt. Die Schlucht ist rund vier Autostunden von Arequipa entfernt; wer Zeit hat, sollte statt des reinen Tagesausflugs die mehrtägige Wanderung wählen, bei der du unterwegs auch heiße Quellen und kleine Andendörfer entdecken kannst.

Huaccahina

Mitten in den Sanddünen bei Ica liegt die kleine Oasenstadt Huacachina, eine der surrealsten Kulissen, die ich in Peru gesehen habe: ein palmengesäumter Ferienort rund um eine Lagune, umgeben von riesigen Sanddünen, von denen manche bis zu 1.000 Meter hoch sind.

Buggy-Tour in Huacachina
Buggy-Tour in Huacachina

Wildes Sandboarden – ähnlich wie Snowboarden, nur auf speziell präparierten Brettern über den Sand – gehört hier für mich zum absoluten Pflichtprogramm. Wer es rasanter mag, bucht stattdessen eine Buggy-Fahrt, bei der es wild über die Dünen geht und definitiv der Adrenalinspiegel steigt. Verpasse auf keinen Fall den Sonnenauf- oder -untergang von einer der Dünenkuppen aus, der zu den schönsten Momenten der gesamten Region zählt. Praktisch: Ica liegt etwas höher als der Ozean und ist daher, anders als viele Küstenorte, kaum vom typischen Nebel betroffen – hier lohnt sich ein Besuch also nahezu ganzjährig.

Huanchaco

Der Küstenort Huanchaco bei Trujillo gilt als einer der ältesten Surfspots der Welt – seit rund 5.000 Jahren nutzen Fischer hier ihre traditionellen Schilfboote, die Caballitos de Totora, die bis heute im Ort gebaut und genutzt werden. Die unkomplizierte, entspannte Atmosphäre macht Huanchaco zu einem der angenehmsten Orte, um für ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen oder das Surfen zu lernen.

Am besten setzt du dich mit einer frischen Ceviche oder einer erfrischenden Cremolada – einem peruanischen Crushed-Eis-Drink mit Früchten – ans Wasser und schaust den ambitionierten Surfern beim Wellenreiten zu. Für mich einer der schönsten Küstenorte im Norden Perus, gerade weil er touristisch noch nicht so überlaufen ist wie andere Strandorte im Land.

Cordillera Blanca & Laguna 69

Rund um die kleine Stadt Huaraz erhebt sich die Cordillera Blanca mit Perus höchstem Gipfel, dem Huascarán, und über einem Dutzend weiterer Berge über 6.000 Meter Höhe. Für Bergsteiger, Wanderer und Outdoor-Fans aus aller Welt ist diese Region ein echtes Paradies – landschaftlich mindestens so eindrucksvoll wie die bekannteren Anden rund um Cusco, dabei aber deutlich weniger überlaufen.

Besonders beliebt ist die Tageswanderung zur türkisfarbenen Laguna 69, einem der schönsten Fotomotive, die ich in den peruanischen Anden gesehen habe – auch wenn die Höhe hier über 4.600 Meter erreicht und die Wanderung entsprechend anspruchsvoll ist. Wer mehr Zeit mitbringt, sollte den mehrtägigen Santa-Cruz-Trek in Erwägung ziehen: Die insgesamt 48 Kilometer lange Route führt über den Portachuelo-Pass auf bis zu 4.765 Meter und zählt zu den schönsten Weitwanderwegen Südamerikas.

Sillustani

Nicht weit von Puno entfernt, am Ufer der Umayo-Lagune, stehen die beeindruckenden Grabtürme (Chullpas) von Sillustani. Die bis zu 12 Meter hohen Bauwerke der Colla-Kultur entstanden um 600 n. Chr. und dienten dazu, ganze Adelsfamilien gemeinsam mit Lebensmitteln und persönlichen Gegenständen zu bestatten.

Vom Parkplatz führt ein kurzer Fußweg über einen Hügel zu einem Plateau, auf dem die Türme am äußersten Ende des Feldes mit dem See im Hintergrund aufragen. Unterhalb des Parkplatzes liegt zudem ein kleiner sumpfiger See, auf dem Einheimische bis heute mit ihren Booten Schilf ernten – ein stimmungsvoller Kontrast zu den Grabtürmen selbst. Sillustani ist deutlich weniger überlaufen als die Uros-Inseln und für mich ein toller Zwischenstopp, wenn du dich für präkolumbianische Geschichte abseits der Inka interessierst.

Cajamarca

Im nördlichen Andenhochland gelegen, ist Cajamarca historisch bedeutsam als der Ort, an dem Inka-Herrscher Atahualpa im Jahr 1532 von den spanischen Eroberern unter Francisco Pizarro gefangen genommen und später hingerichtet wurde – ein Wendepunkt in der Geschichte des gesamten Kontinents. Eingebettet zwischen kiefernbewaldeten Hügeln ist die Stadt heute vor allem für ihre hervorragenden Käsesorten, Pilze und die süße Dulce de Leche bekannt.

Neben dem hübschen kolonialen Stadtbild lohnen sich die unheimlichen, in Fels gehauenen Grabkammern der Ventanillas de Otuzco und Combayo, die einen guten Eindruck von den Bestattungsritualen vorspanischer Kulturen geben. Zum Entspannen bietet sich ein Stopp in den heißen Quellen der Baños del Inca an, wo du für eine halbe Stunde einen eigenen privaten Pool mieten kannst – ein schöner Abschluss, falls du auf deiner Route auch den Norden Perus abseits der bekannten Pfade erkunden möchtest.

Arequipa

Die „weiße Stadt“, benannt nach dem hellen Vulkangestein Sillar, aus dem ein Großteil der Kolonialbauten errichtet ist, liegt vor der beeindruckenden Kulisse dreier Vulkane: dem kegelförmigen Misti, dem Chachani und dem etwas entfernteren Picchu Picchu. Für mich eine der schönsten Städte Perus überhaupt – und das historische Zentrum wurde nicht ohne Grund zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Arequipa - die weiße Stadt
Arequipa – die weiße Stadt

Ein entspannter Bummel durch die Gassen, vorbei an kolonialen Fassaden und kleinen Cafés, gehört für mich zu den schönsten Dingen, die man in Arequipa tun kann. Nicht verpassen solltest du das Kloster Santa Catalina aus dem Jahr 1579 – eine eigene, abgeschirmte kleine Stadt mitten in der Stadt, durch deren farbenfrohe Gassen ich stundenlang schlendern könnte. Arequipa dient zudem den meisten Reisenden als Ausgangspunkt für den Colca-Canyon, weshalb sich ein Aufenthalt von zwei bis drei Tagen anbietet, um sowohl die Stadt als auch die Umgebung in Ruhe zu erkunden.

Islas Ballestas & Paracas

Die Islas Ballestas vor der Küste von Paracas werden gerne als „Galapagos für Sparfüchse“ bezeichnet – und das zurecht: Seelöwen, Humboldt-Pinguine, Pelikane und unzählige weitere Seevögel tummeln sich hier in großer Zahl. Die Bootstour startet meist morgens von Paracas oder Pisco aus, führt am „Candelabra“ vorbei – einem riesigen Geoglyphenbild an einem Berghang, dessen Ursprung ebenso rätselhaft ist wie der der Nazca-Linien – und dauert insgesamt nur wenige Stunden.

Wer noch mehr Zeit mitbringt, sollte den Ausflug mit einem Besuch des Nationalparks Paracas auf der gleichnamigen Halbinsel verbinden. Hier erstreckt sich der größte Abschnitt geschützter Küstenlinie Perus, in dem rund 200 Vogelarten, zwei Seelöwenarten, eine seltene Fischotterart sowie Kolonien von Humboldtpinguinen leben. Eine wunderbare Kombination aus Tierbeobachtung und rauer Küstenlandschaft, die viele Reisende auf dem Weg von Lima in den Süden komplett auslassen – zu Unrecht.

Die Nazca-Linien

Die geheimnisvollen Scharrbilder in der Wüste bei Nazca zählen zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten, die ich je gesehen habe. Erst Piloten, die in den 1920er-Jahren über das Gebiet flogen, entdeckten, dass die schwer erkennbaren Linien am Boden aus der Luft betrachtet klare Muster und Figuren ergeben.

Nazca Linien
Nazca Linien

Insgesamt lassen sich rund 70 verschiedene Pflanzen- und Tierzeichnungen sowie hunderte Linien und geometrische Formen unterscheiden, von denen manche über 10 Kilometer lang sind und sich über hunderte Quadratkilometer erstrecken. Zu den bekanntesten Figuren gehören eine 180 Meter lange Eidechse, ein Kondor mit 130 Metern Flügelspannweite sowie ein Affe, ein Kolibri und eine Spinne. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wozu die Linien einst dienten. Am besten erlebst du sie aus der Luft bei einem kurzen Rundflug – vom Aussichtsturm an der Panamericana bekommst du immerhin einen Teil der Figuren zu sehen, auch ohne zu fliegen.

Titicacasee & Puno

Mit 3.820 Metern über dem Meeresspiegel ist der Titicacasee der höchstgelegene schiffbare See der Welt – und ein Ort voller Kultur. Das funkelnde blaue Wasser, umgeben von sanften Hügeln und traditionellen Dörfern, hebt sich landschaftlich deutlich von anderen Regionen Perus ab.

Von der Stadt Puno, dem Haupttor zum See, aus erreichst du mit dem Boot die schwimmenden Inseln der Uros, die komplett aus Totora-Schilf gebaut sind und auf denen kleine Gemeinschaften bis heute eine an den Tourismus angepasste, traditionelle Lebensweise pflegen. Deutlich authentischer wird es auf den weiter entfernten Hauptinseln Taquile und Amantaní, wo du auch übernachten und bei einheimischen Familien zu Gast sein kannst. Wer mehr Zeit mitbringt, sollte diesen Teil der Reise nicht auf einen reinen Tagesausflug beschränken.

Iquitos

Iquitos ist die größte Stadt der Welt, die man nicht über den Landweg erreichen kann – nur per Boot oder Flugzeug. Wer das besondere Abenteuer sucht, reist sogar per Frachtschiff an. Als Tor zum nördlichen Amazonas-Regenwald bietet die Stadt eine Fülle an Aktivitäten, von Bootsfahrten auf dem Amazonas bis zu Tierbeobachtungen mitten im Regenwald.

Ein absolutes Highlight ist das schwimmende Stadtviertel Belén, das wegen seiner Kanäle auch „Venedig Perus“ genannt wird: Statt Autos verlassen sich die Bewohner hier auf Kanus, viele Häuser stehen auf Stelzen über dem Wasser des Itaya-Flusses. Ein Besuch des großen Marktes gehört für mich dazu, ist aber definitiv nichts für schwache Nerven – hier werden auch Schlangen, Affen, Krokodile und allerlei anderes Getier aus dem Dschungel angeboten. Iquitos ist mit Sicherheit einer der ungewöhnlichsten und abgelegensten Orte, die ich in ganz Südamerika besucht habe.

Choquequirao

Wer die Menschenmassen am Inka-Trail meiden möchte, sollte sich Choquequirao ansehen, die „Schwesterstadt“ von Machu Picchu. Die Anlage wurde in einem völlig anderen Baustil errichtet und ist flächenmäßig sogar noch größer, hat aber wesentlich weniger Besucher – schlicht, weil hier keine Busse hinfahren und man den Ort nur über eine anspruchsvolle drei- bis viertägige Wanderung erreichen kann.

Die Route führt durch beeindruckende Andenlandschaften, an denen du mit etwas Glück sogar den heiligen Andenkondor beobachten kannst. Konditionell ist die Wanderung keine Kleinigkeit, ein gewisses Fitnesslevel solltest du also mitbringen. Aber gerade weil hier so wenig los ist, fühlt sich der Moment, wenn du das erste Mal auf die Ruinen blickst, noch intensiver an als anderswo. Für mich einer der spannendsten Geheimtipps in ganz Peru für alle, die Zeit und Kondition mitbringen.

Chan Chan

Nahe der Stadt Trujillo im Norden Perus liegt Chan Chan, einst die größte präkolumbianische Stadt Amerikas und Hauptstadt der Chimú-Kultur, die vor den Inka in dieser Region herrschte. Auf ihrem Höhepunkt lebten hier schätzungsweise 60.000 Menschen in neun eigenständigen, jeweils von hohen Mauern umgebenen Zitadellen mit eigenen Tempeln und Verwaltungsgebäuden.

Chan Chan
Chan Chan

Die kunstvollen geometrischen Reliefs an den Lehmmauern – meist Tier- und Naturmotive – sind auch nach Jahrhunderten und trotz der Plünderungen durch die spanischen Konquistadoren noch beeindruckend erhalten und stehen in einem faszinierenden Kontrast zu den bekannteren Steinruinen im Süden des Landes. Ich empfehle, sich vor dem eigentlichen Rundgang Zeit für das kleine Museum vor Ort zu nehmen, da es in der Anlage selbst kaum Erklärungen gibt und ein wenig Hintergrundwissen den Besuch deutlich bereichert.

Máncora

Perus Partyhochburg an der Nordküste lockt mit warmem Wasser, verlässlichen Wellen und einem bunten Nachtleben Backpacker aus aller Welt an. Das ganze Jahr über findest du hier exzellente Bedingungen zum Surfen, entsprechend gut ausgebaut ist auch die Infrastruktur an Surfschulen, Bars und Unterkünften.

Wakeboarder in Mancora
Wakeboarder in Mancora

Wer es ruhiger mag, findet in den Nachbarorten Los Órganos oder El Ñuro deutlich entspanntere Alternativen, ohne dabei auf die schönen Strände und das warme Wasser verzichten zu müssen. Ein besonderes Erlebnis, das viele Reisende gar nicht auf dem Schirm haben, ist die Möglichkeit, in der Nähe mit riesigen Meeresschildkröten zu schwimmen – achte dabei unbedingt auf einen verantwortungsvollen Anbieter, der die Tiere weder füttert noch Berührungen erlaubt. Auch die nahegelegenen Mangroven von Tumbes lassen sich von Máncora aus als kurzer Tagesausflug erkunden.

Salineras de Maras

Nur 46 Kilometer von Cusco entfernt liegen die Salzterrassen von Maras: fast 3.000 kleine Salzbecken, die an den Hängen des Berges Qaqawiñay in ein Netzwerk seichter Becken gefasst sind und schon seit der Zeit der Inka – manche Historiker vermuten sogar noch früher – mit salzhaltigem Quellwasser gespeist werden. Bis heute wird das Salz während der Trockenzeit zwischen Mai und November von lokalen Familien komplett von Hand geerntet.

Für mich ist es eines der schönsten Fotomotive im ganzen Land: Die unzähligen kleinen, unterschiedlich gefärbten Becken staffeln sich an einem steilen Hang und wirken je nach Lichteinfall völlig anders. Ein Postkartenmotiv, das auf keiner Rundreise durchs Heilige Tal fehlen sollte – meist wird der Besuch mit einem Stopp in Moray, den kreisförmigen Inka-Terrassen, sowie den Märkten von Chinchero kombiniert, sodass sich ein ganzer Tagesausflug ergibt.

Fazit

Peru ist so vielfältig, dass selbst 24 Sehenswürdigkeiten nur einen Ausschnitt zeigen können. Am besten kombinierst du bei der Planung ein oder zwei Regionen ausführlich, statt zu versuchen, alles auf einmal zu sehen – dafür ist das Land schlicht zu groß, und die Entfernungen zwischen Küste, Anden und Regenwald sind größer, als es auf der Karte oft wirkt. Wenn du zusätzlich noch Ecuador in deine Route einbauen möchtest, findest du in meinem Beitrag zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Ecuador weitere Inspiration für die Kombireise.

Welcher Ort in Peru hat dich am meisten beeindruckt? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

Folgende Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"