Reiseberichte aus Costa Rica

Während Corona nach Costa Rica reisen

Bis Sonntag war ich für eine gute Woche auf einer kleinen Rundreise in Costa Rica unterwegs. Ziel war mir vor Ort ein Bild zu machen, wie dort mit der Corona Pandemie umgegangen wird. In Costa Rica spricht man übrigens nicht über Corona, sondern über COVID. COVID ist einfach nur die Abkürzung für Corona Virus Disease. Sehr gängig ist hingegen auch ein schlichtes „La Pandemia“. Doch das nur am Rande. In erster Linie soll es hier nun darum gehen, wie sicher Reisen während Corona in Costa Rica sind.

Ich habe mich während der gesamte Reise in Costa Rica nicht eine Sekunde unsicher gefühlt. Das liegt zum einen daran, das weite Teile des Lebens draußen stattfinden. Hier ist das Infektionsrisiko bekanntlich erheblich niedriger als in Innenräumen. Hinzu kommt, das landesweit ein schlüssiges und gut nachvollziehbares Hygienekonzept eingeführt wurde. Dieses Hygienekonzept wird konsequent umgesetzt. Als Tourist wurde ich zu Beginn der Reise einige Male freundlich, aber bestimmt auf „Vergehen“ hingewiesen. Strafen muss ich nicht befürchten.

Costa Rica setzt auf drei Säulen bei der Pandemiebekämpfung

Während bei uns in Deutschland die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Regelungen zur Pandemiebekämpfung haben, setzt Costa Rica pauschal auf drei verschiedenen Säulen. Ein Ansatz, der in meinen Augen wesentlich schlüssiger ist.

Säule 1: regelmäßige Temperaturkontrolle

Noch nie wurde bei mir so oft die Körpertemperatur gemessen, wie auf meiner Reise durch Costa Rica. Bei jedem betreten eines geschlossenen Gebäudes wird die Körpertemperatur kontaktlos gemessen. Das passiert entweder mit einer Kamera, oder mit einem Infrarotthermometer. Am Anreisetag sah es bei mir wie folgt aus:

  • unmittelbar nach dem Verlassen des Flugzeugs
  • vor der Passkontrolle
  • nach der Gepäckannahme und vor dem Verlassen des Flughafens
  • vorm Betreten des Transferbusses
  • vorm Betreten vom Hotel

Was aufwändig klingt, dauert nur Sekunden und beeinflusst den Reiseverlauf in keiner Weise. Ich habe mich dadurch sehr sicher gefühlt, da ich genau wusste, das im Bus und Hotel kein Gast mit erhöhter Temperatur war.

Selbst in kleinen Lodges wird konsequent die Temperatur der Gäste gemessen
Selbst in kleinen Lodges wird konsequent die Temperatur der Gäste gemessen

Was passiert, wenn auf einer Costa Rica Reise Fieber festgestellt wurde?

Direkt am ersten Tag hat mir die Reiseleiterin genau erklärt, was passiert, wenn eine erhöhte Temperatur (ab 37,5 Grad) festgestellt wird: Der Reiseteilnehmer wird unmittelbar von der Gruppe getrennt und in ein Krankenhaus zu einem Corona-Test gebracht. Alle weiteren Teilnehmer führen die Reise fort. Ist der Corona-Test negativ, dann wird der Teilnehmer wieder zur Gruppe gebracht. Die entstandenen Kosten trägt die obligatorische Versicherung.

Säule 2: Oberflächen- und Handhygiene

Während Handhygiene in Deutschland eine Empfehlung ist, ist sie in Costa Rica vielerorts Vorschrift. Vor fast jedem geschlossenen Gebäude aber auch vor offenen Nationalparks steht draußen(!) ein Waschbecken inkl. Seife, Alkoholgel und Papiertüchern. Wer sich vor dem Hotel, Restaurant, Supermarkt oder Museum nicht wäscht und desinfiziert, der wird nicht eingelassen. Auch das klingt wieder komplizierter und langwieriger, als es tatsächlich ist.

Handhygiene wird in Costa Rica sehr groß geschrieben
Handhygiene wird in Costa Rica sehr groß geschrieben

Wenn wir im Restaurant einen Tisch verlassen haben, dann wurde der in der Regel bereits beim Aufstehen desinfiziert. Anschließend wird er oftmals mit einem kleinen Schild gekennzeichnet. Ebenso werden die Koffer jedes Mal desinfiziert, wenn sie von einer fremden Person bewegt wurden. Sobald ich den Koffer nicht selbst aus dem Zimmer zum Bus gebracht habe sondern ein Hotelmitarbeiter, stand unser Fahrer mit Alkohol bereit. Zusätzlich werden vielerorts die Schuhsohlen mit feuchten Matten oder flachen Wannen mit Alkohol desinfiziert.

All das passiert nicht nur in teuren Hotels in der Hauptstadt in San José, sondern auch in jedem kleinen Restaurant, in der Tankstelle und selbst in der abgelegensten Lodge im Urwald.

Säule: konsequentes Tragen der Maske

Costa Rica pflegt den Begriff der „social bubble“ – der sozialen Blase. Sobald man nicht ausschließlich in dieser Blase unterwegs ist, wird konsequent Maske getragen. Die Tikos halten sich vorbildlich an diese offensichtlichste Hygieneregel. Die social bubble kann dabei unterschiedlich groß und unterschiedlich zusammengesetzt sein:

  • nur ich alleine
  • eine Wohngemeinschaft, Hausgemeinschaft, Familie, Arbeitskollegen, o.ä.
  • eine Reisegruppe die komplett negativ getestet ist
Costa Rica setzt auf die Social Bubble
Costa Rica setzt auf die Social Bubble

Das Ziel von dieser Idee ist, das man sich einerseits nicht bei unbekannten Personen anstecken kann und das man andererseits niemanden unnötig gefährdet.

Fazit zur Reise während Corona in Costa Rica

Ich bin gut vorbereitet, jedoch ohne Vorurteile nach Costa Rica gereist. Das örtliche Hygienekonzept war mir theoretisch bekannt. Auch das Costa Rica den Safe Travels Stamp vom WTTC erhalten hat wusste ich. Wie konsequent und Freundlich Costa Rica alle Hygieneprotokolle dann jedoch umsetzt hat mich positiv überrascht. Von zahlreichen Reisen kenne ich das sehr sympathische Mañana (= morgen = nie) der Latinos. Im Bezug auf COVID ist das jedoch vollständig abgestellt.

Einreisevoraussetzungen für Costa Rica

Ihr habt jetzt Lust auf eine Reise nach Costa Rica bekommen? Da spricht definitiv nichts gegen. Costa Rica hat Einreisebedingungen, die sehr einfach sind:

  • Reiseversicherung die Covid mit abdeckt (diese vermitteln wir gerne)
  • Ausgefülltes Gesundheitszertifikat

Ein negativer Corona-Test ist nicht erforderlich. Um sicher zu gehen, das die Reise gesund angetreten wird, empfehlen wir trotzdem den Ganz zum Arzt. Vielerorts ist der Test sogar kostenlos. Ihr solltet allerdings ein paar Masken im Gepäck haben, und können euch ansonsten freuen, in einem nicht überlaufenen Reiseland einen sicheren Urlaub zu machen.

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4 Kommentare

  1. Das ganze klingt sehr gut durchdacht, von den Behörden.Ich fände es gut, wenn man sich, statt nachher pauschal in Quarantäne begeben zu müssen, freitesten könnte. Für den Otto Normalverbraucher heisst das nun – Quarantäne mit in die Urlaubsdauer einzurechnen. Was mich noch interessiert hätte, währe die medizinische Versorgung in diesem Land. Interessanter Bericht. Gerne geteilt.

    1. Die Inkubationszeit liegt bei Corona laut RKI bei 5-6 Tagen. Deswegen kann man sich erst nach 5 Tagen aus der Quarantäne „freitesten“. Das ist eine schlüssige Lösung für mich.
      Das Gesundheitssystem in Costa Rica ist laut Berichten sehr gut. Auch wurde der Lockdown genutzt, um die Kapazitäten zu erhöhen. Glücklicherweise musste ich es dennoch nicht testen.

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