Reisefotografie - Tipps & Ausrüstung

Weitwinkelobjektiv Erfahrungsbericht: Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC an Canon

Vor einigen Monaten bin ich sehr günstig an das Weitwinkel Zoomobjektiv Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC gekommen. Mittlerweile habe ich unzählige Bilder damit gemacht und kann kurz meine Erfahrungen aufschreiben. Während ich diese Zeilen tippe stelle ich übrigens fest, das die Postings über meine Ausrüstung in der Reisefotografie „leicht“ überholt sind. Die Technik in meinem Kamerarucksack hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Doch dazu später mehr.

Technische Daten Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC

Bevor ich zu meinen Erfahrungen mit dem Weitwinkelobjektiv komme, einmal ganz kurz die technischen Daten von diesem großen und schweren Klopper:

  • Bajonett: Canon EF, Bildkreis für Vollformat
  • Brennweite: 15 – 30mm
  • Naheinstellgrenze: 28cm
  • Abbildungsmaßstab: 0,2
  • optische Elemente: 18 Linsen in 13 Gruppen (1 XGM Glaselement, asphärische und LD-Linsen)
  • Filteranschluss: auf Grund der Fest verbauten Streulichtblende eigentlich nicht vorhanden, es gibt jedoch gute Modelle von Drittanbietern
  • Anzahl Lamellen: 9
  • Blendenumfang: durchgehende Offenblende f 2.8, Endblende f 22
  • Bildstabilisator
  • Ultraschallmotor
  • Größe: 98,4 x 145mm (Durchmesser x Länge)
  • Lieferumfang: Frontdeckel, Rückdeckel
  • Besonderheiten: fest verbaute Streulichtblende, Spritzwasserschutz, Innenfokus
  • Gewicht: 1.100 Gramm

Ihr sehr, warum ich das Objektiv als „Klopper“ bezeichne. Mit einem Gewicht von über einem Kilogramm bringt es richtig Gewicht in die Fototasche.

Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC
Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC

Weitwinkel Zoomobjektiv mit sehr breiten Möglichkeiten

Die vergangenen Monate haben gezeigt, das das Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC beeindruckend vielfältig eingesetzt werden kann. Von Nachtfotografie über Innenräume bis hin zu Landschaften deckt es alles ab und macht dabei eine ausgesprochen gute Figur. Doch darauf gehe ich in den folgenden Absätzen jeweils etwas genauer ein.

Zu Beginn hatte ich etwas Respekt vor dem Tamron Weitwinkel: es ist einfach riesig und schwer! Es kostete also anfänglich doch immer etwas Überwindung, es in den Fotorucksack zu legen. War es dann erst einmal an der Kamera, wollte ich es gar nicht mehr abnehmen! Die Bedienung mit den super soft laufenden Einstellringen für Entfernung und Zoom machen einfach Freude. Ebenso die überragende Bildqualität.

Das Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC für Nachtfotografie

Durch die große Blendenöffnung von f 2.8 sowie dem Weitwinkel von 15mm eignet sich das Objektiv auf dem Papier hervorragend für die Nachtfotografie. Meine Erfahrung zeigt, das sich das in der Praxis bestätigt. Bereits offenblendig ist das Objektiv überaus scharf, man kann also mit der gesamten Lichtstärke arbeiten. Mit der Brennweite von 15mm bekommt man fast die gesamte Milchstrasse aufs Bild.

Milchstrasse auf Galapagos
Milchstrasse auf Galapagos

Wie gut sich das Objektiv für die Nachtfotografie eignet, konnte ich im Oktober 2019 auf Galapagos ausprobieren. Ich habe eine Nacht auf der Insel Floreana verbracht. Mit nur ca. 120 Einwohnern ist die Insel nahezu unbewohnt und dementsprechend dunkel.

Ich habe das Stativ am Strand aufgebaut, ISO auf 4000 gestellt, die Blende auf 2.8 gelassen und einfach mal 25 Sekunden lang belichtet. Das Ergebnis sehr ihr oben. Das Objektiv ist offenblendig schon extrem scharf.

Faustformel zur Fokussierung von Sternen

Wer schonmal versucht hat Sterne oder die Milchstrasse zu fokussieren wird schnell bemerkt haben, das der Autofokus nicht funktioniert, da es einfach zu dunkel ist. Hierfür gibt es ein grobe Faustformel, die recht gut funktioniert:

  • manuellen Fokus einstellen
  • Fokusring auf unendlich stellen
  • Fokusring wenige Grad zurück drehen

Ganz sicher ist mein Bild von der Milchstrasse nicht perfekt. Für den ersten Versuch überhaupt, bin ich jedoch ziemlich stolz. 🙂

Das Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC für Innenräume

Ein hervorragender Anwendungsbereich für ein Weitwinkelobjektiv sind natürlich auch Aufnahmen von Innenräumen. Solche Bilder finden ihre Anwendung beispielsweise bei Immobilienmaklern oder in Reisekatalogen. Ich habe beispielsweise alle Aufnahmen aus dem Illa Experience Hotel in Quito mit dem Tamron Weitwinkelobjektiv gemacht.

Das Illa Experience Hotel in Quito
Das Illa Experience Hotel in Quito

Durch die hohe Lichtstärke kann man auch in recht dunklen Räumen ohne Stativ einfach aus er Hand fotografieren.

Das Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC für Landschaftsfotografie

Richtig wohl fühlt sich ein Weitwinkelobjektiv natürlich in der Landschaftsfotografie. Hierbei fällt auf, das es bei dem Objektiv kaum Verzerrungen gibt, die Vignette fällt hingegen sehr deutlich aus. Doch das kann Lightroom problemlos korrigieren.

Kreuz "Hoher Bilstein" am Biggesee
Kreuz „Hoher Bilstein“ am Biggesee

Schärfe und Kontrast überzeugen mich völlig. Das Tamron Objektiv ist wirklich bis in die Ecken richtig scharf. Bei vielen Weitwinkelobjektiven hat man matschige Ränder, wenn man nicht deutlich abblendet. Gerade bei Laub und feinen Ästen fällt das deutlich auf. Ein Fehler, den auch Lightroom nicht korrigieren kann. Nicht so beim Tamron. Natürlich ist auch dort der Rand leicht unschärfer, als die Mitte – jedoch nur bei Blende 2.8.

Fazit zum Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC

Viel negatives kann ich beim besten Willen nicht über das Objektiv sagen. Das hohe Gewicht und die großen Abmessungen fallen natürlich schwer auf. Wer auf den Autofokus verzichten kann, der sollte ein Weitwinkelobjektiv ohne Autofokus kaufen, das ist dann spürbar leichter. Durch die gewölbte Linse ist der Objektivdeckel extrem sperrig und kann nicht mal eben in der Gesäßtasche der Hose verstaut werden.

Fotografen die viel mit Filtern arbeiten wird dazu noch negativ auffallen, das die Standard-Systeme auf Grund der fest verbauten Streulichtblende nicht ans Objektiv passen. Für mich persönlich ist das jedoch kein Nachteil. Ich nehme dann einfach eine Belichtungsreihe auf und setze mit Lightroom ein HDR zusammen.

Ansonsten gibt es ausschließlich positives zu berichten. Nicht zu unrecht ist das Tamron SP 15-30mm F/2.8 Di VC eines meiner Lieblingsobjektive geworden. Während es in den ersten Wochen noch recht selten zum Einsatz kam, bedingt durch die riesigen Ausmaße und das üppige Gewicht, ist es mittlerweile sehr regelmäßig an der Kamera montiert. Das liegt natürlich hauptsächlich an der aus meiner Sicht fantastischen Bildqualität! Dazu kommt, genau wie bei Sigmas Art Serie, eine hervorragende Verarbeitung und perfekte Bedienung aller Schalter und Drehringe.

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