Reisetipps

Die besten Zahlungsmittel auf Reisen und im Urlaub

Bargeld? Kreditkarte? EC-Karte? Was ist sinnvoll?

Vor jeder Reise stellen sich viele von uns die Frage: Wie bezahle ich am Reiseziel? Welche Zahlungsmittel sind auf Reisen brauchbar, sicher und günstig? Welche Gebühren entstehen durch den Geldwechsel am Urlaubsort? Das ist ein Thema, mit dem ich mich in der Vergangenheit nie bewusst mit beschäftigt habe. Seit über 15 Jahren reise ich beruflich und privat sehr viel, von China ganz im Osten bis zu den Galápagos-Inseln im Westen habe ich zahlreiche Länder auf unzähligen Reisen besucht. Sicherlich war in zu Beginn meiner Reisen oftmals etwas blauäugig – mittlerweile weiß ich jedoch, das meine Herangehensweise absolut richtig war und ist.

Welche Zahlungsmittel gibt generell es auf Reisen und im Urlaub?

Bevor ich auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Zahlungsmittel eingehe, schauen wir erst einmal, welche es überhaupt gibt:

  • Bargeld in Landeswährung: vor Ort sicherlich die einfachste Sache. Aber wie kommt man dran?
  • Bargeld in fremden Währungen: US-Dollar und Euro werden in vielen Ländern akzeptiert. Doch ist es auch sinnvoll, so zu zahlen?
  • Kreditkarten & Debitkarten: Was sind die Unterschiede und Vor- und Nachteile?
  • EC-Karten: Maestro & Giro-Card. was ist das und wo funktioniert es?
  • V-Pay: die beschnittene Kreditkarte von Visa.
  • kontaktlose Zahlung: Weltweit verbreitet und akzeptiert, nur nicht bei uns in Deutschland
  • Reisechecks: Ein Relikt aus der Vergangenheit und heute völlig unnötig.
  • Tauschhandel: Sicherlich gibt es noch abgelegene Regionen wo man mit Tauschhandel zum Ziel kommt – doch darauf gehe ich nicht weiter ein.

"Die

Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Zahlungsmittel auf Reisen?

Jedes Zahlungsmittel hat verschiedene Vor- und Nachteile. Hier muss jeder von euch selbst entscheiden, was für ihn selbst das beste Zahlungsmittel auf Reisen ist. Ich habe das schon vor Jahren für mich persönlich entschieden, die Auflösung findet ihr weiter unten.

Bargeld in Landeswährung – das perfekte Zahlungsmittel im Urlaub?

Man könnte meinen, das Bargeld in Landeswährung das beste Zahlungsmittel im Urlaub ist. Doch mit dieser Vermutung liegt ihr nicht ganz richtig. Der Vorteil der allgemeinen Akzeptanz wird von unzähligen Nachteilen begleitet.

  • Vorteile: Bargeld in Landeswährung wird im Reiseland problemlos akzeptiert. Ihr müsst beim Bezahlen nicht mit verschiedenen Wechselkursen rumrechnen und könnt euch schwer übers Ohr hauen lassen.
  • Nachteile: Wenn Bargeld geklaut wird, dann ist es weg, da zahlt keine Versicherung. In vielen Ländern werden beschädigte Scheine (dabei reicht ein kleiner Riss) nicht akzeptiert. Oftmals können (oder wollen) auch kleine Scheine nicht gewechselt werden.
  • Hinweise: Die Besorgung von Bargeld verursacht Kosten. Entweder bei der heimischen Bank in Deutschland, am Geldautomaten im Zielland oder in der Wechselstube. Wenn ihr mit Kreditkarte zahlt, dann fallen ebenso Gebühren an. Was teurer oder billiger ist, kommt sehr auf den Einzelfall an.

Die Deutschen meiden auch auf Reisen die Kartenzahlung. Motto: Nur Bares ist Wahres. Doch das ist nicht nur gefährlich, sondern auch teuer. Giro- und Kreditkarten sind oft die bessere Alternativen.

Der Euro – kann man damit auf Reisen zahlen?

Im Euro-Raum könnt ihr natürlich problemlos mit Euros bezahlen. Doch auch in Drittländern wird der Euro gerne als starke Währung akzeptiert. Allerdings nicht überall.

  • Vorteile: Euch entstehen keine Wechselkosten
  • Nachteile: Bargeld kann gestohlen werden. Die Akzeptanz von Euro ist sehr unterschiedlich. In Wechselstuben wird Euro problemlos angenommen.

Der US-Dollar – von vielen Reisenden geliebt

Zu Recht setzen viele Reisende auf den Dollar als Zahlungsmittel in fernen Ländern. Außerhalb von Europa ist die Akzeptanz überaus gut. Doch auch hier gibt es wieder Licht und Schatten.

  • Vorteile: außerhalb von Europa ist die Akzeptanz vom Dollar gut. Mit Dollar-Scheinen bleibt man fast nie im regen stehen. Auch in Wechselstuben ist die Akzeptanz außerordentlich gut.
  • Nachteile: Es ist Bargeld und kann geklaut werden. Bei der Barzahlung mit Dollar erhaltet ihr in der Regel die Landeswährung als Wechselgeld. Ihr habt also anschließend zwei Währungen bar dabei. Außerdem wird das Rückgeld immer zu Gunsten des Händlers berechnet.

Hinweis: Dollar nie in Landeswährung tauschen

Dollar kann in Wechselstuben problemlos in die jeweilige Landeswährung getauscht werden. Dann zahlt ihr jedoch direkt doppelt Gebühren:

  • In Deutschland, wenn ihr Dollar bei eurer Hausbank abholt
  • im Reiseland, wenn ihr Dollar umtauscht

Auch wenn auf den jeweiligen Belegen keine Gebühr auftaucht, so zahlt ihr sie doch. Die Wechselgebühr ist in der Regel direkt in den Wechselkurs eingerechnet.

Kreditkarten und Debitkarten – weltweit perfekt auf Reisen

Wohl kein Zahlungsmittel hat sich weltweit so durchgesetzt, wie Kreditkarten und Debitkarten. Zumindest außerhalb von Deutschland. Dank Corona wird auch hier die Akzeptanz besser, hinkt jedoch noch stark. Daher ist das definitiv das beste Zahlungsmittel im Urlaub!

  • Vorteile: Weltweite Akzeptanz. Sowohl zum direkten Bezahlen, als auch um unproblematisch Geld am Automaten abzuheben. Oftmals sind Versicherungen in den Kreditkarten enthalten.
  • Nachteile: In meinen Augen haben Kreditkarten keine Nachteile.
  • Hinweise: Wenn ihr mit Kreditkarte zahlt, dann fallen oftmals Gebühren an. Auch haben viele Kreditkarten eine monatliche oder jährliche Grundgebühr. Die Besorgung von Bargeld verursacht ebenso Kosten. Entweder bei der heimischen Bank in Deutschland, am Geldautomaten im Zielland oder in der Wechselstube. Was teurer oder billiger ist, kommt sehr auf den Einzelfall an.
Kreditkarten & EC-Karten - perfekt um auf Reisen und im Urlaub zu zahlen
Kreditkarten & EC-Karten – perfekt um auf Reisen und im Urlaub zu zahlen

Unterschied zwischen Kreditkarten und Debitkarten

Der Unterschied zwischen Kreditkarten und Debitkarten ist der, das Kreditkarten einen Kreditrahmen einräumen. Dieser Kreditrahmen kann monatlich genutzt werden und wird dann per Lastschrift vom Girokonto ausgeglichen. Debitkarten hingegen müssen per Überweisung „aufgeladen“ werden.

EC-Karten – Maestro-Karten

Die Maestro-Karte ist eine Debit-Karte von Master Card. Praktisch jede EC-Karte die ihr von eurer Bank zum Giro-Konto bekommt, ist gleichzeitig auch eine Maestro-Karte. Mit dieser Karte kann man weltweit sehr problemlos Geld abheben (achtet einfach auf das Maestro-Logo am Geldautomaten). In Banken und am Flughafen hat fast jeder Geldautomat ein Maestro-Symbol.

Angeblich soll man mit diesen Karten auch im Ausland direkt zahlen können. Im außereuropäischen Ausland hat das jedoch bisher noch nie funktioniert. Ich nutze die Maestro-Karte daher als Backup, falls die richtige Kreditkarte verloren gehen sollte.

V Pay – der Blindgänger von Visa

V Pay ist eine Debit Karte von Visa, die erste 2006 auf den Markt gekommen ist. Akzeptiert wird die V Pay Karte dort, wo das entsprechende Logo angebracht ist. V Pay Karten deutscher Banken enthalten meistens außerdem die Anwendung Girocard und funktionieren dann auch an den deutschen Akzeptanzstellen mit dem Girocard-Logo. Außerhalb von Deutschland funktionieren V Pay Karten jedoch gefühlt nirgendwo. In diesem Jahr soll V Pay auch bereits wieder eingestellt werden.

Kreditkarten sind oftmals Pflicht

Oftmals gibt es sogar Situationen, bei denen der Besitz und die Nutzung einer Kreditkarte Pflicht ist. Hotels und Mietwagenanbieter blockieren gerne eine Kaution um sich abzusichern. Dieser blockierte Betrag wird nicht von der Karte abgebucht, steht bis zur Freigabe jedoch auch nicht zur Verfügung. Solltet ihr im Hotel einen Bademantel geklaut haben, oder im Mietwagen geblitzt worden sein, so werden diese Kosten von der geblockten Kaution abgezogen.

Vor- und Nachteile von Reiseschecks

Reiseschecks gelten als Bargeld und müssen auch ggf. als solches beim Zoll deklariert werden. Allerdings ist ihre Verwendung stark rückläufig, sie werden in Deutschland seit 2015 nicht mehr verkauft, sind aber weiterhin gültig.

  • Vorteile: Reiseschecks sind weltweit versichert und werden im Bedarfsfall zeitnah ersetzt.
  • Nachteile: Aufgrund der sinkenden Nachfrage wird die weltweite Akzeptanz immer geringer. In einigen Reiseländern ist es inzwischen schwierig, Banken oder Wechselstuben zu finden, welche den Service bieten, Reiseschecks einzulösen. Außerdem entstehen bei der Einlösung hohe Gebühren.

Kontaktlose / mobile Zahlung per Handy

Was in Deutschland erst in der vergangenen Monaten richtig in Fahrt gekommen ist, ist das mobile bezahlen per Handy. Ganz vereinfacht, sind dabei ja nur die Daten der Kreditkarten im Handy hinterlegt und werden an der Kasse kurz per Face-ID, Fingerabdruck oder PIN freigegeben. Wo man also kontaktlos per Karte zahlen kann, dort kann man in aller Regel auch kontaktlos per Handy bezahlen.

Gebühren im Vergleich: Wechselstube gegen Geldautomat

Vor einigen Wochen war ich ja auf einer kurzen Costa Rica Reise. Aus Interesse habe ich dort einen Gebührenvergleich zwischen Wechselstube und Kreditkarte angestellt:

  • Geldautomat: abgehoben habe ich 50.000 Colones (CRC), dafür wurden, 70,67 Euro belastet (inkl. aller gebühren). Hochgerechnet gab es für 100,- Euro also 70.751,- Colones.
  • Wechselstube: Aus Interesse habe ich in einer Wechselstube nachgefragt, die direkt neben dem Geldautomaten lag. Hier hätte ich für 100,- Euro nur 57.500 Colones erhalten.

Im direkten Vergleich ist der Wechselkurs in einer Wechselstube also massiv schlechter als am Geldautomaten.

Wichtig: Verlasst euch nie auf ein einzelnes Zahlungsmittel auf Reisen

Die wichtigste Regel überhaupt ist, das ihr immer mehrere Zahlungsmittel dabei haben solltet. Welche das sind, und wie ihr die Zahlungsmittel aufteilt, das ist euch ganz alleine überlassen. Es kann aber immer passieren, das ein Geldautomat nicht funktioniert, eine Kreditkarte nicht akzeptiert wird oder Bargeld geklaut wird. Dann helfen beispielsweise Kombinationen wie:

  • Bargeld in der Hosentasche und EC-Karte im Gepäck
  • Kreditkarte in der Hosentasche und EC-Karte im Rucksack
  • Kreditkarte bei euch selbst und andere Kreditkarte beim Mitreisenden

Besonders die Aufteilung auf mehrere Reisende ist super. Damit seid ihr fast perfekt gegen Diebstahl und Vergesslichkeit geschützt.

Womit ich auf Reisen und im Urlaub zahle

Ich habe schon früh für mich selbst entschieden, das ich nur eine Kreditkarte benötige. Selbst an der kleinsten Strandbude (sofern diese nicht in Deutschland steht) kann man damit schon seit Jahren auch kleinste Beträge problemlos zahlen. Bargeld bekomme ich mit der Kreditkarte am Geldautomaten zum aktuellen Wechselkurs. Sollte die Kreditkarte gestohlen oder kopiert werden, so entsteht mir persönlich kein Schaden.

Als Back-Up habe ich immer noch eine zweite Kreditkarte oder EC-Karte im Reisegepäck. Ich habe jedoch nie beide Karten gleichzeitig dabei, eine bleibt immer im Hotelzimmer. Bargeld nehme ich aus Deutschland nur dann mit, wenn ich von einer vorherigen Reise noch die benötigte Währung zu hause liegen habe.

In den vergangenen über 15 Jahren hatte ich mit dieser Kombination auf unzähligen Reisen in der ganzen Welt keinerlei Probleme.

Folgende Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"