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Das Intiñan Solar Museum | Spannende Experimente am Äquator in Quito

Bereits vor einigen Tagen habe ich über das Äquatordenkmal „Mitad del Mundo“ berichtet, welches auf dem im Jahre 1736 (fast korrekt) gemessenen Äquator steht. Mittlerweile weiß man, das der Franzose Charles Marie de La Condamine sich damals vermessen hat. Moderne GPS-Geräte zeigen, das der „richtige“ Äquator ca. 240 Meter weiter nördlich verläuft. Ein cleverer Geschäftsmann aus Ecuador hat sich das zu Nutzen gemacht und neben dem Monument das Intiñan Solar Museum eröffnet.

Der Eingang vom Intiñan Solar Museum

Der Eingang vom Intiñan Solar Museum

Während das große Monument in erster Linie als schickes Fotomotiv dient, versucht man im Intiñan Solar Museum die Besucher einerseits mit spielerischen Experimenten zu fesseln und andererseits etwas über die Kultur und Geschichte der verschiedenen Landesteile zu erzählen. Die Experimente sind großartig, der Rest erinnert etwas an einen Themenpark. Doch azu später mehr.

Wie kommt man zum Intiñan Solar Museum am Äquator?

In der Regel kombiniert man als Besucher das Denkmal „Mitad del Mundo“ mit dem Intiñan Solar Museum, da beide direkt nebeneinander liegen. Hat man ersteres gesehen, so geht man vom Ausgang nach Links und ist in wenigen Minuten da. Die Wegbeschreibung ab Quito ist ganz einfach:

  • mit einem öffentlichen Bus (0,25 – 0,40 USD je Strecke)
  • als organisierte Gruppen-Tour, beispielsweise von Quito Tour Bus für 30,- USD
  • in einer privaten Tour mit eigenem Guide, ab ca. 100,- USD
  • mit dem Mietwagen, bewachte Parkplätze für 3,50 USD liegen direkt vor dem Eingang

Folklore im Intiñan Solar Museum

Die geführte Tour durch das Museum kostet ca. 4,- USD pro Person und ist jeden Cent wert. Der erste Teil beschäftigt sich mit den alten Kulturen der Ureinwohner Ecuadors: einem Indianerstamm vom Amazonas die Schrumpfköpfe hergestellt haben (selbstverständlich wird ein „original“ Schrumpfkopf ausgestellt), man kann ein Wohnhaus der Huaorani besichtigen, Webwaren kaufen, etc.

Die Ausstellung ist nett und für alle Altersgruppen geeignet. Kinder haben hier ebenso Spass wie Erwachsene.

Experimente im Intiñan Solar Museum

Wirklich interessant sind jedoch die Experimente, die im Intiñan Solar Museum durchgeführt werden. Hintergrundinfos dazu weiter unten in der gelben Box. Nachdem der folkloristische Teil der Ausstellung beendet ist, kommt man auf den „richtigen Äquator“, eine rote Linie auf der verschiedene Experimente aufgebaut sind.

Experimente auf der Äquatorlinie im Intiñan Museum

Experimente auf der Äquatorlinie im Intiñan Museum

Das Schild Latitude 00° 00′ 00“ eignet sich hervorragend für Fotos, die GPS-Anzeige von modernen Smartphones bestätigt, das man hier auf dem Äquator steht, oder zumindest dicht dran.

Experimente auf der Äquatorlinie im Intiñan Museum

Experimente auf der Äquatorlinie im Intiñan Museum

Die verschiedenen Stationen auf der Äquatorlinie:

  1.  eine Sonnenuhr
  2. das Schil Latitud: 00° 00′ 00“
  3. ein drehbarer Globus
  4. ein Wasserbecken
  5. eine Säule um Eier auf Nagelköpfe zu stellen
  6. „sportliche“ Experimente

Die Sonnenuhr:

Durch die Position auf der Äquatorlinie kann von dieser Sonnenuhr mal die eine Seite und mal die andere Seite genutzt werden. Vom 24.9.-20.3. scheint die Sonne dann eher von Süden auf die Sonnenuhr und vom 22.3.-22.9. eher von Norden. Am 23.9. bzw. am 21.3. ist ja bekanntlich Herbst- bzw. Frühlingsanfang. An diesen zwei Tagen läuft die Sonne genau senkrecht über den Äquator und der Schatten wird auf beide Seiten geworfen.

Der drehbare Globus:

Hier werden die Besucher des Museums spielerisch an die Coriolis-Kraft herangeführt. Spürbar ist die Corioliskraft z. B., wenn man auf einer Drehscheibe auf einem Kinderspielplatz zu laufen beginnt. Deutlich erkennbar wird der Einfluss der Corioliskraft auch bei langfristigen großräumigen Phänomenen, wie z. B. in der Meteorologie bei der Drehrichtung der Windfelder um Hoch- und Tiefdruckgebiete und bei der Ausbildung erdumspannender Windsysteme wie der Passatwinde und des Jetstreams. In der physikalischen Ozeanographie beeinflusst die Corioliskraft maßgeblich die Meeresströmungen.

Ein Wasserbecken:

Das Wasserbecken ist nicht fixiert, man kann es auf oder neben der Äquator stellen. Je nach Position fließt das Wasser mit einem links- oder rechtsdrehenden Strudel ab, auf der Äquatorlinie sogar völlig ohne Strudel. Oder liegt es gar nicht am Äquator? –> Gelbe Box!

eine Säule um Eier auf Nagelköpfe zu stellen

Da sich auf der Äquatorlinie die Corioliskräfte von der Nord- und Südhalbkugel beeinflussen, kann man hier ganz einfach ein rohes Ei auf einen Nagel stellen.

Das Intiñan Solar Museum - auf dem Äquator balanciert das Ei auf der Spitze

Das Intiñan Solar Museum – auf dem Äquator balanciert das Ei auf der Spitze

Oder liegt es gar nicht am Äquator? Wer weiß das schon…

die sportlichen Experimente

Besucht das Museum selbst und lasst euch überraschen. Es lohnt sich definitiv!

Experimente im Intiñan Solar Museum – alle geschummelt!

Bei den Experimenten im Intiñan Solar Museum wird geschummelt! Oder sagen wir so, es wird der Physik unter die Arme gegriffen. Es stimmt, das die Coriolis-Kraft die Drehrichtung von Wetterphänomenen oder Meeresströmungen beeinflusst. Auch stimmt, das sie sich auf der Nord- und Südhalbkugel unterscheidet. Jedoch ist die Äquatorlinie physikalisch keine Linie, sondern ein kilometerbreiter Bereich.

Wie funktioniert dann der Trick mit dem Wasserstrudel? Das Wasser wird unterschiedlichen Richtungen in die Wanne gegossen. Nachdem der Stöpsel gezogen wurde, rotiert es noch in die Eingießrichtung. Die Coriolis-Kraft hat hier (wie auch in der Badewanne), keine Auswirkungen. Jedoch ist das Experiment perfekt, um Kindern die Kraft zu demonstrieren.

Und warum steht das Ei auf dem Äquator? Die Voraussetzungen sind gut. Man ist motiviert, kann die Hände aufstützen, etc. Placebo

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