Reiseberichte aus Ecuador

Kakaomanufaktur Fatima

Ich steige in einer schmalen Seitengasse aus dem Auto und frage mich erstaunt, ob mich der Fahrer wirklich an der richtigen Adresse rausgelassen hat. Ich wollte zur „Industrial Fatima„, einer der letzten Manufakturen in Cuenca. Der Großteil der ecuadorianischen Kakaobohnen wird von Konzernen wie Nestlé verarbeitet. Wäre da nicht dieser intensive Schokoladenduft in der Luft, ich wäre wohl wieder ins Auto gestiegen. So schaue ich mich um und entdecke die kleine Manufaktur.

Kakaomanufaktur 'Industrial Fatima'
Kakaomanufaktur ‚Industrial Fatima‘

Im Inneren der in den 30er Jahren gegründeten Manufaktur ist der bereits erwähnte Schokoladenduft derartig intensiv, das man meint die Luft schneiden zu können. Die jahrzehnte alten Maschinen erfüllen ihre Dienste bis heute. Im ersten Schritt werden die Bohnen in Fässern über dem offenen Feuer geröstet. Wände und Decken sind schwarz von Ruß und Asche der letzten Jahre.

Kakaoröstung
Kakaoröstung

Im nächsten Schritt werden die Kakaobohnen grob geschrotet um die äußere Schale zu knacken. Währen die Kerne der Kakaobohnen in einen Korb fallen, werden die Schalen durch die ganze Manufaktur geblasen. Nach Wochen habe ich noch Schalenreste in meiner Kameratasche gefunden. Wie bei einem Sandsturm sind die einfach überall.

Knacken der Kakaoschalen
Knacken der Kakaoschalen

Sobald die Bohnen getrocknet, geröstet und von ihrer Schale befreit sind, wird die Produktion für Schokoladenfans erst richtig interessant. Die Kerne werden gemahlen, wobei auf Grund des hohen Fettgehaltes kein Pulver entsteht, sondern eine warme, flüssige Paste mit einem intensiven, bitteren Kakaogeschmack.

Kakaobohnen werden gemachlen
Kakaobohnen werden gemahlen

Sobald die gemahlene Kakaomasse erkaltet wird sie hart wie die Schokolade die wir kennen. Da jedoch keinerlei Zusätze wie Zucker, Fett oder Kakaobutter hinzugefügt wurden, ist sie nahezu ungenießbar. Sobald man sie jedoch in heiße Milch reibt und mit Zucker oder Honig süßt, haben wir einen ganz normalen Kakao.
Milka & Co machen mit ihren „zartschmelzenden“ Schokoladentafelnd nichts anderes. Beim sogenanten Conchieren werden Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und Milch so lange gerührt, bis eine homogene Masse entsteht. Je länger der Prozess andauert, desto feiner wird die Schokolade.

Die Elektroinstallation ist nicht jünger als die Maschinen
Die Elektroinstallation ist nicht jünger als die Maschinen

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