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Die Salzkathedrale von Zipaquirá

Ich habe auf zahlreichen Reisen nach Südamerika unzählige Kirchen besichtigt, doch gut 50km von Bogotá entfernte Salzkathedrale von Zipaquirá stellt alles je von mir gesehene in den Schatten. Der Eingang in die göttliche Unterwelt erfolgt durch einen halbrunden Stollen, ein LED-Netz an der Decke projiziert verschiedene Flaggen aus der ganzen Welt. Der erste Eindruck ist vorallem kitschig, jedoch nicht ansatzweise besinnlich.

Eingang zur Salzkathedrale

Eingang zur Salzkathedrale

Was mich dann jedoch erwartet, lässt sich kaum in Worte fassen. Die am Eingang kitschige Beleuchtung wird stimmiger, schmale Gänge und gigantische Hallen (laut Wikipedia erstreckt sich die Kathedrale auf 8500 Quadratmetern) wechseln sich ab, die Höhenluft der Anden sorgt auch unter der Erde für Kurzatmigkeit, die fehlenden Fenster lassen die Besucher eine gewisse Bedrückung spüren.

Eine Station des unterirdischen Kreuzwegs

Eine Station des unterirdischen Kreuzwegs

Der unterirdische Kreuzweg ist fast vollständig in blau-graues Licht getaucht und zieht jedes Jahr zehntausende Gläubige aus aller Welt an. Auch bei mir macht sich eine gewisse Sprachlosigkeit breit, die ich als überzeugter Agnostiker nicht völlig auf die Höhenluft schieben kann. Kreuze, Engel, Statuen – hinter jeder Biegung erwarten den Besucher neue Überraschungen deren einzige Gemeinsamkeit der Salzstein ist. Direkt nach dem Kreuzweg wartet das optische Highlight der Kathedrale, das Hauptschiff mit einem über 16 Meter hohen, beleuchteten Kreuz.

Das Hauptschiff der Salzkathedrale von Zipaquira

Das Hauptschiff der Salzkathedrale von Zipaquira

Die alte „Catedral de Sal“ haben die Kolumbianer Deutschland zu verdanken. Alexander von Humbold entdeckte vor über 200 Jahren die reichen Salzvorkommen in dem Felsmassiv. Nachdem das Bergwerk ausgebeutet war, kamen die Kolumbianer auf die Idee, dort eine Kathedrale zu errichten. 1992 musste die alte Kathedrale jedoch auf Grund von Sicherheitsmängeln geschlossen werden und man baute die neue, die bereits 1995 eröffnet wurde.

Das Hauptschiff mit Kreuz und beleuchteter Skulptur im Boden

Das Hauptschiff mit Kreuz und beleuchteter Skulptur im Boden

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