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Was ist nachhaltiges Reisen? Alle Begriffe, die du kennen solltest

Das ultimative Glossar für nachhaltiges Reisen

Willkommen zum ultimativen Leitfaden, der dir helfen soll, das „Greenwashing“ zu durchschauen, wenn ein Hotel oder ein Unternehmen seine Umweltfreundlichkeit übertreibt. Mit diesem Leitfaden kannst du bewusster planen und verantwortungsvoll reisen. Wenn wir die wichtigsten Themen der Nachhaltigkeit verstehen und wissen, worauf wir achten müssen, können wir die Auswirkungen unserer Abenteuer auf die Orte, die wir besuchen, intuitiv erkennen. Und dann auch reduzieren.

Zu recherchieren, wo unser Geld hingeht oder wer welche Energie- oder Abfallrichtlinien hat, ist wichtig. Du bist dir nicht sicher, wie umweltfreundlich die Praktiken eines Anbieters sind? Sei nicht schüchtern – frag nach. Wenn wir kommunizieren, was uns wichtig ist, müssen die Reiseanbieter aufhorchen und zuhören. Da einer von zehn Arbeitsplätzen weltweit auf den Tourismus entfällt und Hunderte von Millionen Menschen dort beschäftigt sind, ist ein Urlaub, der sich lohnt, sehr wichtig. Nachhaltigkeit ist wichtiger denn je.

Die Liste der wichtigen Begriffe zur Nachhaltigkeit ist alphabetisch aufgebaut. Auch wenn Sie sehr umfangreich ist, fehlen sicherlich noch einige Begriffe. Fügt sie gerne in den Kommentaren zu.

Nachhaltigkeit ist viel mehr als Müllvermeidung, Einkauf von regionalen Produkten und Reduzierung vom Energieverbrauch. Wie weit Nachhaltigkeit gehen kann, seht ihr hier in der Liste.

Hinweis: Ich habe diesen Artikel vom Conde Nast Traveller übernommen. Das habe ich gemacht, da es wohl keine vollständigere Übersicht dieses so wichtigen Themas gibt. Mit dieser Übersetzung werden hoffentlich auch einige deutschsprachige Urlauber bewusster reisen.

Hier gehts zum Artikel auf Conde Nast Traveller

Anstellung von Mitarbeitern

Die Einstellungspolitik eines Unternehmens und sein Umgang mit Teammitgliedern ist ein wichtiger Aspekt, wenn dir die soziale Verantwortung von Unternehmen (CSR) am Herzen liegt. Unterstütze Unternehmen, deren CSR-Programme dafür sorgen, dass alle Beschäftigten fair bezahlt werden und angemessene Bedingungen in Bezug auf Arbeitszeiten und Sozialleistungen genießen. Beispiele gibt es dafür viele:

  • KIK vs Armed Angels
  • Kaffee vom Discounter oder von einer kleinen Finca
  • Urlaub in einer nachhaltigen Unterkunft oder einem billigen Resort

Barrierefreiheit

Zu dem Aspekt des nachhaltigen Tourismus gehört mehr als nur Rollstuhlrampen. Nachhaltiges Bauen bedeutet mehr als ressourcenschonend und energieeffizient bauen. Es bedeutet auch, dass ein Gebäude langlebig ist und sich den verschiedenen Nutzungen anpasst. Und genau das ist nur möglich, wenn das Gebäude auch barrierefrei ist. Durch die Unterstützung von Reiseveranstaltern und Gastgebern, die es allen Menschen ermöglichen, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder ihrem Alter die bestmöglichen Erfahrungen zu machen, fördern wir die Inklusion. Das führt dann schlussendlich dazu, dass mehr Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder körperlichen Herausforderungen berücksichtigt werden.

Tierschutz

Wildtiere sollten genau so belassen werden, wie sie sind. Keine Urlauber sollten das natürliche Verhalten der Tiere beeinträchtigen. Das bedeutet, dass ihr nicht auf Elefanten reiten, mit Delfinen Schwimmen (was glücklicherweise immer mehr verboten wird) oder mit Koalas für Fototermine kuscheln dürft. Denkt dran: Anschauen, nicht anfassen. Es gibt zahlreiche großartige Möglichkeiten Tiere in Ihrer natürlichen Umgebung und maximal rücksichtsvoll zu erleben. Schaut beispielsweise einmal nach Costa Rica oder Galápagos.

Biodiversität

Biodiversität ist die Komplexität des Lebens auf der Erde in all seinen Formen. Sie war noch nie so bedroht wie heute. In der Natur ist jedes Ökosystem perfekt ausbalanciert und arbeitet harmonisch, um zur allgemeinen Gesundheit unseres Planeten beizutragen. Diejenigen, die hart daran arbeiten, die Artenvielfalt zu erhalten und zu pflegen, verdienen unsere Unterstützung. Renaturierung ist immer ein Gewinn, wie das Beispiel des Alladale Wilderness Reserve in den schottischen Highlands zeigt. Reisen in die Natur, bei denen die Gastgeber aktiv natürliche Landschaften und Ökosysteme fördern und wiederherstellen, sind immer ein Gewinn.

Ökologisches Design

Seit einigen Jahren zeichnet sich der Trend ab, möglichst naturnah zu urlauben. Unterkünfte zu buchen, die sich in die natürliche Umgebung einfügen. Louis Thompson, der Schöpfer der Bambus-Baumhäuser in Playa Viva in Mexiko, liebt es, die Gäste in die Natur eintauchen. Dadurch profitieren sie gleichzeitig von der heilenden Kraft der Wildnis. Der Designansatz ist vom Genius Loci – dem Geist des Ortes – inspiriert. „Wir respektieren die physischen Eigenschaften, die geologischen Merkmale, die einheimische Vegetation, die natürlichen Energieflüsse und die traditionellen Migrationsmuster. So verstehen wir, was diesen Ort einzigartig macht.“

Treibhausgase

Die Freisetzung von Treibhausgasen (THG) sorgt für eine aufheizende Schicht in der Erdatmosphäre. Die Messung des Ausstoßes der Emissionen ist entscheidend. Der Tourismus ist für etwa 10 Prozent der weltweiten Emissionen mitverantwortlich. Immer mehr Hotels, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter geben die CO2-Emissionen ihrer Betriebe offen und transparent an. So können wir auf der Grundlage ihres Fußabdrucks und damit auch unseres Fußabdrucks besser informierte Entscheidungen treffen.

CO2-Fussabdruck

Die Gesamtmenge an Treibhausgasen, die von einer Person oder einem Unternehmen produziert wird. In der Regel angegeben in Tonnen Kohlendioxid. Das Fliegen ist eindeutig der größte Verursacher unseres persönlichen Kohlenstoff-Fußabdrucks. Der größte Teil der Emissionen entsteht beim Starten und Landen. Wenn du also Kurzstreckenflüge und Zwischenstopps minimierst, kannst du deinen Fußabdruck verkleinern. Wenn du unterwegs bist, verzichte auf Inlandsflüge und nutze stattdessen öffentliche Verkehrsmittel oder gehe zu Fuß. Übernachte in energieeffizienten Hotels und verzichte bei den Mahlzeiten auf Rindfleisch.

CO2-Neutral

CO2-Neutralität ist häufig „Greenwashing“. Ein Unternehmen misst/berechnet den CO2-Ausstoß und gleicht diesen mit Zertifikaten aus. Eine aktive Reduzierung vom C=2-Ausstoß ist jedoch erheblich sinnvoller, als sich fadenscheinig freizukaufen.

Zertifikate und Siegel

Die Akkreditierung durch Dritte, in der Regel durch ein Audit, bedeutet, dass ein Unternehmen einen Praxisstandard eingehalten hat. Diese Zertifikate und Siegel gibt es wie Sand am Meer. Schaut euch nur im Supermarkt um – es gibt zahlreiche Bio-Siegel. Viele sehen gut aus, manche sind auch gut.

CO2-Ausstöße werden oftmals mit Aufforstungszertifikaten ausgeglichen. Dabei gibt es drei „Qualitätsstufen“:

  • es werden Samen ausgestreut
  • es werden Setzlinge gepflanzt
  • es werden Setzlinge gepflanzt und einige Jahre gepflegt

Samen sind logischerweise am billigsten, Setzlinge am effektivsten. Hinterfragt die Zertifikate und Siegel und informiert euch.

Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft ist ein System, in dem es keine Verschwendung gibt und die Lieferketten in der Regel ethisch einwandfrei sind. Das Streben nach diesem positiven Kreislauf beinhaltet die Verwendung von rückverfolgbaren Lieferanten. Güter, die wiederverwendet oder umfunktioniert und dann wieder in die Wirtschaft eingebracht werden. Der Gegensatz der linearen Beschaffung ist, das in der Regel Güter gekauft, verwendet und dann entsorgt werden. Es gibt mittlerweile viele Ansätze für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft. Währen früher Kaffeekapseln aus Aluminium verbrannt wurden, sind sie heute kompostierbar. So können Sie der Erde wieder unmittelbar zugeführt werden.

Gemeindebasierter Tourismus

Gemeindebasierter Tourismus ist ein Konzept, bei dem lokale Gemeinden, Familien & Unternehmen direkt am Urlaubserlebnis teilhaben. Das können beispielsweise kleine Restaurants sein, bei denen auf einem Ausflug gegessen wird. Oder es sind Handwerksbetriebe, die ihre Produkte direkt an den Besucher verkaufen. So leisten die Reisenden direkt einen positiven Beitrag für die Menschen vor Ort. Der Ripple Score von G Adventures prüft Hunderte von Reisen und bewertet jeden Anbieter auf lokale Beteiligung. Fast 700 Reisen auf der Website haben inzwischen einen Score von 100. Dieser gibt Aufschluss darüber, wie viel von dem Geld, das in einem bestimmten Reiseziel ausgegeben wird, direkt in die Hände der Einheimischen fließt. Die durchschnittliche Punktzahl liegt bei 93.

Bürgerwissenschaft

Als Bürgerwissenschaften werden Methoden und Fachgebiete der Wissenschaft bezeichnet, bei denen Forschungsprojekte unter Mithilfe von oder komplett durch interessierte Laien durchgeführt werden. Sie formulieren Forschungsfragen, recherchieren, melden Beobachtungen, führen Messungen durch, publizieren oder werten Daten aus. Im Bereich der Geisteswissenschaften, in denen für Forschung außerhalb der Wissenschaft der Begriff Public Humanities verbreitet ist, wird selten auch der Begriff Citizen Humanities verwendet. Eine Kampagnengruppe, die sich für die Säuberung der Meere einsetzt, ist Surfers Against Sewage, die ihre Anhänger auffordert, über den Zustand der Gewässer zu berichten und bei Bedarf Maßnahmen zu ergreifen.

Naturschutz

Bei dieser auch als Umweltschutz bezeichneten Entwicklung geht es um den Schutz der natürlichen Ressourcen, den Erhalt der Artenvielfalt und die Förderung intakter Ökosysteme. Es geht auch um die Vermittlung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Energie, Wasser und Abfall, um Landnutzung und die Verringerung der CO2-Belastung.

Katastrophentourismus

Die Bezeichnung ist absolut negativ – die Auswirkung kann jedoch sehr positiv sein. Im Ahrteil beispielsweise wird es noch Jahre dauern, bis alles wieder aufgebaut ist und die Infrastruktur steht. Ein Ausflug ins Ahrtal ist in gewisser Weise Katastrophentourismus. Doch jeder Euro den Tagesgäste oder Wochenendurlauber im Ahrtal ausgeben hilft,

Öko-Hotels

Ein umweltfreundliches Hotel, das zeigt, dass ökologische Nachhaltigkeit eine Priorität ist und die Unterkunft einen wertvollen Beitrag für die Umwelt oder eine Gemeinschaft leistet. Costa Rica ist absoluter Vorreiter, was nachhaltige Unterkünfte betrifft. Doch auch große Ketten wie Iberostar ziehen mittlerweile mit und versuchen alles mögliche, um möglichst nachhaltig zu wirtschaften.

Öko-Tourismus

Das Konzept des Ökotourismus stammt ursprünglich aus Großbritannien. Dort ist das Konzept in den 1980er Jahren aufgekommen. Laut der Ecotourism Society ist Ökotourismus verantwortliches Reisen in naturnahe Gebiete, das die Natur schützt und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung fördert. Seither hat sich das Reisekonzept zunehmend ausgebreitet und ist mittlerweile weltweit bekannt. Entscheidend beim Ökotourismus sind die Auswirkungen der Reise. Der Tourismus soll möglichst umweltfreundlich und sozialverträglich ablaufen. Das bedeutet minimale negative Folgen für die Natur und die lokale Bevölkerung. Die Einnahmen der Reise sollen also nicht an internationale Reiseunternehmen gehen, sondern an die Bewohner*innen der Urlaubsregion. So kann der Tourismus zu einer verlässlichen Einnahmequelle für beispielsweise Entwicklungsländer werden. Zudem können die lokalen Naturschönheiten geschützt werden, indem sie nicht durch den Tourismus überlastet und geschädigt werden. Ein schonender und bewusster Umgang mit der Natur steht also im Zentrum des Ökotourismus. Wie Responsible Travel uns daran erinnert, lautet das Mantra hierfür: Mache nur Fotos und hinterlasse nur Fußabdrücke.

Bildung

Die Weitergabe von Wissen ist der beste Weg, um die Welt zum Besseren zu verändern. Es muss nicht immer über die offiziellen Kanäle geschehen: Wie Gunter Pauli, Autor von The Blue Economy, sagt: „Wenn du wirklich etwas bewirken willst, dann erzähle einem Kind eine großartige, überraschende und inspirierende Geschichte, jeden einzelnen Tag, für den Rest deines Lebens. Es wird einen wunderbaren Unterschied machen, wenn wir alle über Lösungen nachdenken und bereit sind zu handeln – das wird der Funke sein, der die Welt umkrempeln wird.“

Fußabdruck der Ernährung

Eine Ernährung, die auf lokalen und saisonalen Pflanzen basiert, hat einen viel geringeren Foodprint – ein Spitzname für unseren ernährungsbedingten Kohlenstoff-Fußabdruck – die ökologischen Auswirkungen der Lebensmittelindustrie, von der Produktion bis zum Abfall. Die Landwirtschaft ist in hohem Maße von fossilen Brennstoffen abhängig, die für den Anbau, die Verarbeitung, die Lagerung und den Transport benötigt werden, insbesondere in abgelegenen Gebieten, in denen Luxushotels internationale Menüs servieren wollen. Lebensmittel, die für den Tourismussektor zubereitet werden – insbesondere Fleisch – tragen bei der Lagerung, dem Transport und dem Kochen zu Treibhausgasemissionen bei, während Speisereste von Weltreisenden erheblich zu Methanemissionen beitragen können (das in seiner erderwärmenden Wirkung 20-mal stärker ist als CO2), vor allem, wenn sie weggeworfen werden und ihren Weg auf die Mülldeponien finden.

Stiftungen

Hotels, die Wohltätigkeitsorganisationen auf sinnvolle Weise unterstützen, verdienen es, gefördert zu werden. Immer mehr Hotels haben eine wohltätige Seite. Ich finde es toll, dass die Stiftung von GoldenEye in Jamaika dazu beigetragen hat, alternative Lebensmöglichkeiten für diejenigen zu schaffen, deren Arbeit direkt betroffen war. Sie haben eine landwirtschaftliche Initiative ins Leben gerufen, um den Einheimischen bei der Gründung von landwirtschaftlichen Betrieben zu helfen, indem sie sie mit Vorräten und einem gründlichen neunmonatigen Schulungsprogramm unterstützen. Die kambodschanische Shinta Mani Foundation ist eine weitere Nichtregierungsorganisation, die mit einem Prozentsatz des Zimmerpreises unterstützt wird. Die Initiativen von Bill Bensley ermöglichen seit 2004 Bildung, Beschäftigung und Gesundheitsversorgung in unterprivilegierten Dörfern auf der ganzen Welt.

Greenwashing

Marken werden immer geschickter, wenn es darum geht, die Umweltvorteile ihrer Produkte oder Praktiken zu preisen. Oftmals erscheinen sie viel nachhaltiger, als sie tatsächlich sind. Indem sie mit ihren guten Taten prahlen (die in Wahrheit oft unbedeutend sind), lenken sie uns von dem ab, was sie vielleicht nicht so rücksichtsvoll tun. Der Begriff stammt von den Zetteln in den Hotels, auf denen die Gäste aufgefordert werden, Handtücher wiederzuverwenden, um die Umwelt zu schonen, und die den Eindruck erwecken, dass den Gastgebern der Planet am Herzen liegt, obwohl sie in Wirklichkeit nur die Kosten für Wäsche und Haushaltsführung senken wollen. Die Hotels versuchen krampfhaft, ihren Heiligenschein zu polieren, so dass es immer schwieriger wird zu erkennen, wer die wahren Helden sind.

Guerilla-Humanität

Das ist praktischer Urlaubsaktivismus, wie z.B. Strandsäuberungen oder das Verteilen von Hilfsgütern an Bedürftige. Viele Luxushotels beauftragen ihre Angestellten mit dem Aufsammeln von Müll, denn der offensichtliche Anreiz sind saubere, fotogenere Sandstrände. Waves For Water hat eine spezielle Arbeitsgruppe für sauberes Wasser, das Clean Water Corps, in der Militärveteranen strategische humanitäre Initiativen umsetzen, um das große globale Problem der durch Wasser übertragenen Krankheiten anzugehen – aber auch du kannst dich beteiligen und bei der Verteilung ihrer Filtersysteme helfen. Pack for a Purpose ist eine amerikanische Non-Profit-Organisation, die Reisende darüber informiert, wie sie Hilfsgüter dorthin bringen können, wo sie gebraucht werden, indem sie Hotels und die Waren, die sie verteilen, ausfindig macht.

Homestays

Unterkünfte, die Ausländer dazu einladen, bei Einheimischen zu übernachten, bieten authentische, intensive Erlebnisse – im Idealfall mit dem zusätzlichen Vorteil, dass die Umsätze direkt an einen Haushalt in einer unterprivilegierten Gegend verteilt wird. Panauti ist eine von der UNESCO anerkannte Stadt in Nepal, die 2012 eine Initiative für Gemeinschaftsunterkünfte ins Leben gerufen hat und seitdem vielen Frauen eine einfache und charaktervolle Unterkunft außerhalb der überlaufenen Herbergen und Hotels in Kathmandu bietet.

Indigene Bevölkerung

Es ist unermesslich wertvoll, die Kultur der Ureinwohner zu bewahren. Die Kultur derer die ursprüngliche Bevölkerung eines Ortes oder Landes sind. Indem man ihnen und ihren Nachkommen hilft, ihre besonderen sprachlichen, kulturellen und sozialen Merkmale zu pflegen. Cottar’s Safaris in Kenia fördert die Begegnung mit den Massai auf eine Art und Weise, die das Wohlergehen dieses einstigen Nomadenvolkes verbessert. Damit der Tourismus wirklich nachhaltig ist, muss er kurz- und langfristig direkte und indirekte Vorteile für alle bringen“, erklärt Calvin Cottar. Pro Besucher wird eine kleine Gebühr erhoben, die direkt an die Ältesten eines Dorfes geht und an den Rest der Gemeinschaft verteilt wird. Die Absicht ist, dass sie einen direkten Nutzen von unseren Kunden haben und die Spenden sind ein Dankeschön an die Gemeinde dafür, dass sie ihre Häuser für unsere Gäste öffnet. Unser Ansatz schafft einen Anreiz für die Menschen vor Ort, ihr kulturelles Erbe und ihre traditionellen Bräuche zu bewahren und zu schätzen.

OFF-GRID

Autarke Gastgeber, die die Kraft der erneuerbaren Energien nutzen, um alles zu beheizen, vom Pool bis zur Dusche, sind eine gute Sache. Zu den Selbstversorgern gehören die L7 Lodge in Finnland, Singita Sasakwa in Tansania, The Datai Langkawi in Malaysia und das Nayara Tented Camp in Costa Rica. The Other Side auf den Bahamas ist das Gegenmittel zum Trubel von Harbour Island (sieben Minuten mit dem Schnellboot entfernt). In diesem autarken, solarbetriebenen Zeltlager in der Karibik sagen wir außerdem Tschüss zum Wi-Fi und Hallo zum Gefühl der Verbundenheit.

CO2-Ausgleich

Sobald die Kohlenstoffemissionen berechnet sind, können diese durch Programme ausgeglichen werden, bei denen der Kohlenstoffausstoß durch bezahlte „Emissionsreduktionen“ an einem anderen Ort ausgeglichen wird. Klassische Beispiele hierfür sind beispielsweise Aufforstungsprojekte. Jede Gutschrift steht für eine Tonne vermiedenen, gebundenen oder aufgefangenen Kohlenstoffs. Viele Umweltschützer/innen argumentieren, dass der Ausgleich zwar besser ist als gar nichts zu tun, dass aber die Verringerung der Emissionen im Vordergrund stehen sollte – und nicht die weitere Verschmutzung, während andere dafür bezahlen, es nicht zu tun. Eine Studie der Europäischen Kommission hat ergeben, dass 85 Prozent der von der EU im Rahmen des UN-Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) durchgeführten Kompensationsprojekte die Emissionen nicht reduziert haben.

Overtourismus

Allzu beliebte Reiseziele – wie Venedig und Machu Picchu – sind bekanntlich Opfer ihres eigenen Erfolgs, denn die Menschenmassen, die zu solchen Stätten strömen, schaden mehr als sie nützen. Wenn du diese Orte unbedingt besuchen musst, ist es klüger und nachhaltiger, dies in der Nebensaison zu tun.

Permakulturen

Es ist schön zu sehen, dass immer mehr über biodynamische Anbaumethoden gesprochen wird. Enthusiasten erklären begeistert, warum sie sich für Permakultur statt für Pestizide entschieden haben und warum Wurmfarmen ein Gewinn für das Mulchen von organischen Abfällen sind. Ein Hotel, das dir erklärt, wie es Essensreste in nährstoffreiche Erde verwandelt, und das es schafft, seine Gäste aus dem Spa oder vom unberührten Strand zu locken, damit sie einen Blick hinter die Kulissen der abfallfreien Produktion werfen können, ist Soneva mit seinen Öko-Zentren auf den Malediven und in Thailand.

Kunststoff

Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in unsere Ozeane. 80 Prozent dieses Mülls kommen vom Land. Das Beste, was wir also tun können, ist, Polymere in all ihren Formen zu meiden. Da Einwegplastik verteufelt wird, werden zunehmend Biokunststoffe als Ersatz angepriesen – aber Recyclingexperten sagen, dass diese Alternativen ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen. Einwegverpackungen, die aus Pflanzen und nicht aus fossilen Brennstoffen hergestellt werden, müssen unter bestimmten Bedingungen kompostiert werden. Wenn das nicht der Fall ist, können sie das Recycling verunreinigen und den pH-Wert des Bodens oder des Wassers beeinflussen, während sie abgebaut werden. Das ist kompliziert. Also geh auf Nummer sicher und vermeide alles, was weggeworfen wird.

Provenienz

Ein Begriff, der sich auf die Herkunft von Waren bezieht, aber am besten im Zusammenhang mit Lebensmitteln bekannt ist, wobei vor allem Fleisch aus guter Haltung und handwerklich hergestellte Zutaten geschätzt werden. Die nachhaltige Option für alles, was du kaufst, ist es, immer natürliche, lokale und saisonale Produkte zu wählen, die nicht von der Großindustrie, sondern von kleinen Erzeugern produziert werden. „Climavores“ achten besonders auf die Herkunft. Sie verzichten nicht auf alle tierischen Produkte, um die Umweltauswirkungen der Lebensmittelproduktion zu minimieren, sondern sind flexibel und wählen Lebensmittel, die im Einklang mit der Natur stehen, und erkennen an, dass diese zu verschiedenen Zeiten variieren können. Der Verzehr von frischem Obst und Gemüse in der Saison minimiert die Ressourcen, die für den Anbau und den Transport benötigt werden, weshalb die Saisonalität auch so wichtig ist.

Erneuerbare Energie

Energie, die aus Sonnen-, Wind-, Biomasse-, Erdwärme-, Wasserkraft- und Meeresressourcen gewonnen wird, ist ein Freund der Zukunft für alle. Das wir schnellstmöglich von fossilen Brennstoffen weg müssen, sollte uns allen klar sein.

Soziale Unternehmen

Eine inspirierende Art, eine Reiseroute zu planen, ist die Unterstützung von Unternehmen entlang der Strecke, die einen positiven Einfluss haben. G Adventures ist, wie bereits erwähnt, ein Reiseveranstalter, der die lokalen Gemeinschaften unterstützt, indem er sicherstellt, dass viele Glieder in den Lieferketten seiner Reisen verantwortungsvoll handeln. Im Laufe der Jahre hat der Gründer Bruce Poon-Tip von Peru bis Vietnam zahlreiche Sozialunternehmen gegründet, die Armut bekämpfen, Arbeitsplätze schaffen und einen verantwortungsvollen Tourismus fördern.

Undertourism

Was du tust, wenn du dich an Orte begibst, die unter dem Radar liegen und die von deinem Besuch profitieren werden. Gute Optionen dafür? Unbefestigte Wege in ein UNESCO-geschütztes Paradies erwarten dich in Costa Rica, wo ein Großteil des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Bhutans „Low-Volume, High-Value“-Politik hat dazu beigetragen, dass das Land durch einen „Weniger-ist-mehr“-Ansatz im Tourismus floriert.

Freiwilligenarbeit

Das scheint eine großartige Idee zu sein, aber Working-Holiday-Pakete, die als edler Versuch erscheinen, die Armut zu beseitigen, die Tierwelt zu schützen oder nach einer humanitären Katastrophe im Ausland Hilfe zu leisten, sind nicht immer gut. Hinterfrage, ob eine Situation aus kommerziellen Gründen ausgenutzt wird und ob es der beste Weg ist, wenn Ausländer für kurze Zeit mit dem Fallschirm abspringen oder Aufgaben übernehmen, die auch von Einheimischen erledigt werden könnten. The Leap hat sich darauf spezialisiert, es richtig zu machen, und bringt Mittelständler und Unternehmen an Orte wie Namibia, um wirklich zur Rettung des Spitzmaulnashorns beizutragen. Und wie? Indem wir einen sicheren Zufluchtsort für das bedrohte Tier schaffen und die nächste Generation über den Naturschutz aufklären. In einem Reservat, das auf dem Gelände einer ehemaligen Jagdhütte liegt, waren die Wildtiere scheu, haben sich gekreuzt und waren am Verhungern – aber im Laufe der Jahre hat The Leap Gruppen geschickt, die Zäune entfernt, giftige Vegetation abgeholzt, Dämme gebaut und Wasserlöcher angelegt haben. Ein Gewinn für alle.

Wasser

Eine wichtige Überlegung, wenn du von zu Hause weggehst, ist die Frage, ob du den örtlichen Versorgungsbetrieben zur Last fällst – vor allem an Orten, an denen das Wasser knapp ist. Es tut mir leid, ein Spielverderber zu sein, aber Urlauber verbrauchen viel mehr Wasser als Einheimische, da sie für den Betrieb von Resorts, Pools und Golfplätzen viel mehr Wasser pumpen müssen, besonders in tropischen Regionen. Verwalten deine Gastgeber das Wasser als gemeinsame, öffentliche Ressource oder zapfen sie rücksichtslos ein Angebot an, das ihnen am besten passt, auf Kosten anderer? Fährst du auf eine einsame Insel, wo das Meerwasser mit Dieselgeneratoren entsalzt werden muss? Es gibt viel zu bedenken. Ein hilfreicher Indikator dafür, dass ein Hotel ein guter Kerl ist, ist, wenn es ein eigenes Bohrloch für die Wassergewinnung hat (The Zetter im Londoner Stadtteil Clerkenwell), damit es den Einheimischen nicht das kommunale Wasser vorenthält. Auf touristisch geprägten Bauerninseln wie Bali ist das sogar noch wichtiger. (Gut gemacht, Desa Potato Head.)

Zero Waste – kein Müll

Der heilige Gral ist, wenn nichts auf der Mülldeponie landet. Müll ist nie ein sexy Thema, aber es ist wichtig, die Grundsätze der Nachhaltigkeit zu befolgen – unsere Abhängigkeit von Dingen zu reduzieren, alles wiederzuverwenden, zu recyceln und wiederzuverwerten, was wir können, und natürlich einen geschlossenen Kreislauf bei der Versorgung zu bevorzugen. Das Hotel Ribno am Bleder See war das erste in Slowenien, das den Null-Abfall-Status erreicht hat, indem es alle Einwegprodukte aussortiert und lokalen Lieferanten den Vorzug gegeben hat, die bei der Lieferung auf Verpackungen verzichten.

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