Reiseberichte aus Kolumbien

Der Tayrona Nationalpark – Kolumbiens Paradies zwischen Urwald und Traumstrand

Ganz untypisch für Südamerika wartet der klapprige Minibus der mich von Santa Marta in den ca. 10km entfernen Nationalpark Tayrona fahren soll bereits auf mich, als ich vom Frühstück komme. Ich denke, das habe ich meine Guide zu verdanken. Nina ist vor einigen Jahren aus Deutschland ins kolumbianische Baranquilla ausgewandert und arbeitet im ganzen Land als Guide. Auf Grund der Strassenverhältnisse dauert die eigentlich recht kurze Fahrt eine gute Stunde. Unser Fahrer ist großer Bob Marley Fan und hier dann trotz seiner Pünktlichkeit wieder typischer Südamerika. Der Lautstärkeregler ist am Anschlag und das Best-Of-Album „One Love“ läuft in Dauerschleife. An Kommunikation ist nicht zu denken, ich kann jedoch zumindest ein wenig dösen.

Übersichtskarte vom Tayrona Nationalpark
Übersichtskarte vom Tayrona Nationalpark

Der Tayrona Nationalpark in Kolumbien

Der Tayrona Nationalpark erstreckt sich östlich von Santa Marta über ca. 35km Küste und umfasst insgesammt ca. 15.000 ha. Namensgeber sind die Tairona-Indianer, bis auf wenige archäologische Reste sind jedoch keine Spuren mehr geblieben. Heute kommen die Besucher auf Grund der einzigartigen Kombination aus karibischen Stränden, kleinen Buchten und tropischem Regenwald.

Ich wache auf, als der Fahrer plötzlich hält und schwere Stiefel in den Bus poltern. Wir sind am Haupteingang angekommen und zwei Parkranger wollen sich einen kurzen Überblick über die Gäste verschaffen. Mit den schweren, umgehängten Maschinenpistolen würden die Ranger auch sofort als Militärpolizei durchgehen. Wir steigen nach wenigen Minuten aus und spazieren durch das Ecohabs Resort Richtung Canaveral Strand.

Oberhalb vom Traumstrand: Die Ecohabs im Tayrona Nationalpark
Oberhalb vom Traumstrand: Die Ecohabs im Tayrona Nationalpark

Mit typisch südamerikanisch-leichter Kleidung, Badeklamotten, festen Schuhen und einer großen Flasche Wasser im Rucksack machen wir uns auf den Weg. Sonnencreme und Mückenschutz lasse ich vorerst noch im Rucksack, erstere kommt jedoch bereits nach wenigen Minuten zur Anwendung. Die Sonne brennt, Wolken sind Mangelware.

Blick über den Cañaveral Strand
Blick über den Cañaveral Strand

Wandern im Tayrona Nationalpark

Wir wandern entlang der Küste Richtung Westen. Mal haben wir Sand unter den Füßen, mal laufen wir im Wasser und gelegentlich müssen wir uns im Urwald auch vor Blattschneiderameisen in Acht nehmen. Die kleinen Insekten sind nicht wirklich gefährlich, brennen jedoch höllisch!

Ausläufer vom tropischen Urwald
Ausläufer vom tropischen Urwald

Die Sonne brennt unerbittlich und auch im Schatten und Palmen oder in den Ausläufern des Urwaldes ist es nicht viel erholsamer. Mehr als einmal bin ich versucht die Warnhinweise des Rangers vor angeblichen Strömungen zu ignorieren und ins Wasser zu springen. Wären da nicht immer diese Schilder, die den Ranger bestätigen.

Obacht!
Obacht!

Rustikal, gemütlich und einfach schön

Zur Mittagszeit erreichen wir die Bucht von Arrecifes, einem recht ursprünglichen Campingplatz mit rudimentären sanitären Anlagen, Hängematten, kleinen Cabanas und einem Kiosk. Die Sonne steht nun nahezu senkrecht, Schatten sind nicht mehr vorhanden und mir kommt die kleine Pause sehr gelegen.
Nach wenigen Minuten macht der Ranger bereits Druck, unser Ziel, die Bucht „La Piscina“ liegt noch eine ganze Weile entfernt. Unser Weg führt uns nun quer durch den Dschungel, die Pfade sind teilweise bis zur Hüfte ausgetreten. Unser Ranger schiebt das auf die Pferde (das einzige Transportmittel im Park) und Touristen, es wird jedoch auch berichtet, das diese Pfade früher den Drogenschmugglern dienten.

Durch den Urwald im Tayrona Nationalpark
Durch den Urwald im Tayrona Nationalpark

Als ich mich langsam Frage ob ich diesen ominösen Traumstrand je erreichen werden oder ob der Ranger nur Interesse an meiner Kamera hat, sehe ich praktisch aus dem Nichts eine Holzbank auftauchen und zwei Kolumbianer frischgepressten Orangensaft verkaufen. Das ist zwar nicht „La Piscina“, für mich jedoch gerade der Himmel auf Erden.

Frischer Orangensaft fernab jeglicher Zivilisation
Frischer Orangensaft fernab jeglicher Zivilisation

Nur wenige Meter weiter haben wir unser Ziel erreicht. Die Strömung, vor der am Parkeingang noch gewarnt wurde, existiert hier nicht. Hotelburgen, Sonnenschirme und nervige Strandverkäufer sucht man ebenso vergeblich. Dafür findet man unter den Kokospalmen freundliche Kolumbianer die Säfte, frischen Fisch und Arepas verkaufen. Arepas sind kolumbianische Empanadas aus Maismehl, mit Käse oder Ei gefüllt und mit scharfer Salsa gewürzt. Der ideale Snack um sich nach einem Bad zu stärken.

'La Piscina' im Tayrona Nationalpark
‚La Piscina‘ im Tayrona Nationalpark

Ich würde gerne den ganzen Tag hier abhängen, die Seele baumeln lassen und mich von der Wanderung erholen. Leider habe ich keine Übernachtung gebucht, daher wartet noch der Rückweg auf mich. Den reite ich jedoch. „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ sagt man ja – mir tun jetzt auf jeden Fall nicht nur die Beine weh…

Strandverkäufer in Kolumbien - herrlich entspannt und superlecker
Strandverkäufer in Kolumbien – herrlich entspannt und superlecker

 

Folgende Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"